Rotkartoffel-Schwarzwurzel-Pfanne mit Kräutern

Schwarzwurzeln habe ich zum letzten Mal als Kind aus dem eigenen Garten gegessen und der leckere Geschmack blieb in meinem Unterbewusstsein gespeichert. Aber irgendwie sind Schwarzwurzeln ja ein vergessenes und seltenes Gemüse, zumindest haben sie nie wieder meinen Weg gekreuzt. Deswegen habe ich mich nun auf den Weg gemacht und bin bei einem Bio-Gemüsehändler, der Landwirtschafts-Produkte aus der Region vertreibt, fündig geworden und habe also endlich wieder, ca. 25 Jahre später, Schwarzwurzeln in den Händen gehalten! 🙂

Darf ich vorstellen: Die Schwarzwurzeln

Schwarzwurzeln sind ein Herbst-/Wintergemüse. Sie sehen aus wie schwarzer Spargel und der geerntete und essbare Teil sind die Pfahlwurzeln eines bis zu 1m hohen Korbblütlergewächses mit schönen gelben Blüten.

schwarzSeit einigen hundert Jahren werden sie als Gemüse gegessen und sie nicht nur lecker und ungewöhnlich, sondern sehr gesund! Zum einen sind sie sehr kalorienarm und reich an Ballaststoffen und Inulin – also ein gutes Gemüse, wenn man auf sein Gewicht achten möchte. Außerdem sind sie leicht entwässernd und haben viel Calcium. Der Geschmack ist süßlich-würzig und leicht nussig.

Und das habe ich daraus gemacht:

Rotkartoffel-Schwarzwurzel-Pfanne mit Kräutern – natürlich vegan

Bezüglich der Zubereitung von Schwarzwurzeln liest man immer, dass es etwas aufwändig sei. Das fand ich aber gar nicht. Ich habe sie gründlich gewaschen (sie haben eine schwarze, erdige dicke Schale) und dann mit einem Messer geschält, ganz normal ohne Handschuhe. Meine Hände waren nicht verfärbt und der leicht klebrige Saft, der austreten kann, hielt sich auch im Rahmen. Der Aufwand ist also keinesfalls größer als beim Zubereiten von Spargel.

Der Geschmack dieser Gemüse-Pfanne ist sehr ungewöhnlich und durch Petersilie, Zitrone, Knoblauch und Ingwer sehr würzig und fruchtig! Wirklich lecker 🙂

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Zutaten (für 1 Portion)

  • 3 mittlere Rotkartoffeln (z.B. Sorte Laura)
  • 4-5 Stangen Schwarzwurzeln
  • 1 cm Ingwer
  • Knoblauch + Zwiebel
  • Öl
  • Kräuter oder Pesto
  • Zitrone
  • Salz/Pfeffer/Zucker

Zubereitung:

  • Kartoffeln ungeschält aufsetzen und gar kochen. Schwarzwurzeln schälen und in mittlere Abschnitte schneiden, dann 15-20 Minuten garkochen in Salzwasser mit einem kleinen Schwung Zucker
  • Öl in der Pfanne erhitzen, Kartoffeln schälen und in Bratkartoffelstücke schneiden und in die Pfanne geben, ebenfalls die kleingeschnittenen Schwarzwurzeln. Gut anbraten.
  • Ingwer, Zwiebel und Knoblauch je nach Bedarf kleingeschnitten dazugeben. Ebenfalls einen guten Schuss Zitrone dazugeben (Vitamin C kann einen eventuell zu hohen Nitratgehalt neutralisieren und passt geschmacklich super!).
  • Würzen mit Kräuterpesto oder frischen Kräutern. Sehr gut passt Koriander und Petersilie!

Variationen:

Es kann jedes andere Gemüse dazugegeben werden. Pilze, Pastinaken und Mangold würden sehr gut dazu passen.

Kann auch mit Pflanzensahne aufgegossen oder mit Kokosmilch angereichert werden.

Guten Appetit!

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„Aufklärungsseite“ der Massentierhaltungslobby… wenn´s nicht so traurig wär!

Also ich bin ja wirklich rundum glücklich damit, vegan zu leben und empfinde es jeden Tag als Bereicherung und bin dankbar über mich selbst, dass ich so lebe. Aber manchmal ziehen doch dunkle Wolken auf und ich spüre die Verzweiflung und Ohnmacht, die mich zwar zur Veganerin gemacht hat, die ich aber weiter aushalten muss, da ich leider noch in einer größtenteils unveganen Welt lebe.

Heute bin ich auf so eine dunkle Wolke gestoßen und bin fassungslos und wütend:

Es gibt eine Internet- und Facebook-Seite der Nutztier-Lobby, die sich zum einen als „Aufdeckungs-Seite“ tarnt, zum anderen natürlich ein rosarotes Bild dessen zeichnet, was angeblich in unseren modernen, tiergerechten Ställen bei netten Landwirten Alltag sein soll.

http://www.massentierhaltung-aufgedeckt.de (auch bei Facebook!!!)

Propaganda in Reinform, aber mit höchstem Engagement und absoluter Unverfrorenheit.

Ganz zufällig kann man auf der Facebook-Seite keine Beiträge posten, Kommentieren ist aber möglich – deswegen möchte ich nur jeden ermuntern, der dazu eine kritische Meinung hat, sie dort mitzuteilen. Auf den Fotos dieser Seiten sieht man rosige Schweinchen, saubere Holzböden, kuschelnde Schweinemütter mit einem Lächeln im Gesicht… Ja, schon klar, liebe Fleischlobby. Jedes Tier in unserem modernen Land kann quasi dankbar sein, hier als Nutztier leben zu dürfen… Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man fast darüber lachen.

Wenn ich dann einen jungen Azubi treffe, der Bio-Landwirt wird, und der mir erzählt, wie morgens die toten Ferkel weggesammelt werden; wie er eimerweise Antibiotika illegal ins Futter mischt und der Bauer die Tiere misshandelt, dann werde ich nur wütend angesichts solcher bewussten Lügen und solch dreistem Lobbyismus. Und frage mich mal wieder, wie Menschen so blind sein können, bei so etwas auch noch mitzuspielen. Ich habe keine Ahnung.

10 ökologische, nachhaltige Weihnachtsgeschenke und ein paar Tipps

Der Geschenke-Wahnsinn geht wieder los und viel Geld wird ausgegeben. Ich versuche mittlerweile seit mehreren Jahren, sinnvolle und trotzdem schöne Dinge zu verschenken – Selbstgemachtes, Patenschaften oder Praktisches, damit die Geschenke auch einen Sinn haben und nicht aus reinem Überflussdenken gekauft werden. Um ein paar Anregungen für sinnvolle Weihachtsgeschenke geben zu können, habe ich recherchiert und viele Ideen zusammengestellt – wer weitere hat, kann gern Bescheid sagen!

Nachhaltiges Weihnachten – Shopping-Tipps

Hier findet ihr 10 ökologische/nachhaltige Weihnachtsgeschenk-Ideen und weiter unten noch einige Ideen für nette Kleinigkeiten!

Vorweg noch ein paar

allgemeine Tipps, wie man durchs Shoppen sinnvolle Projekte statt kommerzielle Ketten unterstützen kann:

  • Einkaufen in kleinen Bio-/vegane Läden
  • Online bestellen z.B. im BUND-Laden oder NABU-Naturshop (viele tolle Geschenkideen gibt es dort!)
  • Patenschaften für Naturschutzprojekte oder im Tierschutzbereich verschenken
  • Spenden verschenken: statt eines materiallen Geschenks im Namen des Beschenkten spenden
  • Einkaufen in Läden von Behindertenwerkstätten, dort gibt es viele tolle und nützliche Dinge (online sowie vor Ort)
  • Regional einkaufen: Hofläden und Märkte unterstützen

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10 Sinnvolle Weihnachtsgeschenke für Naturfreunde

eintDas „Eintöpfchen“: Ein umweltfreundlicher „Schnellkochtopf“ für den Ofen – 28,95€

♥hergestellt in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung

♥umweltfreundlich, giftfrei, praktisch, originell

♥Bezugsquellen: BUND-Laden und Via-Werkstätten


artikel_0000024_b_1Der Hof-Butenland-Kalender 2015 – Neues aus dem Kuhaltersheim – 12€

♥Fotokalender im Querformat DIN A3

♥Die Einnahmen kommen den Tieren auf Hof Butenland zugute

♥Bezugsquelle: Shop Stiftung für Tierschutz


07412-4Insektenhotels – ab 15€

♥Praktische Hilfe für Insekten & zum Selbermachen

♥Hilft Insekten im Sommer wie im Winter

♥Bezugsquelle u.a. NABU-Natur-Shop, im BUND-Laden, aber auch bei Ebay, Dawanda, usw…


1342603143-946Seedball-Baukasten „Bienenstattsbankett“: mehr Blumen für mehr Bienen – 9,50€

♥ergiebig & zum Selbermachen

♥Blumensamen verteilen & für mehr Blumen und Bienennahrung sorgen

♥Bezugsquelle: Seedball-Manufaktur


 wolfs-urkundeWolfs-Patenschaft beim Naturschutzbund – „Willkommen Wolf“! – ab 60€

♥Mit der Wolfspatenschaft unterstützt Du die NABU-Kampagne „Willkommen Wolf“!

♥Und Du bekommst: Zweimal im Jahr Wolfs-Post, Urkunde, Plakat & Aufkleber

♥Bezugsquelle: NABU-Formular


vw Vegane Weine aus Deutschland – think global, act local! – ab 3,50€

♥vegane Weine aus (meist) Biolandbau – hier sind 10 vegane Weingüter mit Bezugsquelle versammelt

♥support your local Winzer! 🙂

♥ Liste 10 vegane Weingüter aus Deutschland


mundräuberhandbuchDas Mundräuber-Handbuch – freies Obst für freie Bürger 🙂 – 8.90€

♥Werde „Mundräuber“: sammle frisches Obst und Gemüse in Natur & Stadt

♥nimm & gib weiter, entdecke die Natur um dich herum, lerne dazu

♥mit vielen Tips & Infos – hier zu bestellen


bvsBäume verschenken – ein neuer Mischwald im Vogtland – ab 2,50€

♥pro 2,50€ wird ein Baum gepflanzt im sächsischen Vogtland

♥Erhöhung der Artenvielfalt und der Co2-Produktion

♥Beitrag zur Biotopentwicklung für die Tier- und Pflanzenwelt

♥gut zum Verschenken – mit Urkunde. Hier zu bestellen


apfelApfelsaft von Streuobstwiesen – gesund, vegan, nachhaltig – ab 1,45€

♥vegan, gesund und lecker, gerade im Winter

♥unterstützt die Tier- und Pflanzenwelt

♥ Bezugsquellen findet ihr am Ende meines Artikels über Streuobstwiesen


 nfBäume oder Land verschenken- Artenvielfalt & Naturschutz – ab 5€

♥ Naturefund kauft Land auf und pflanzt Bäume – weltweit und in Deutschland

♥ Für mehr Artenvielfalt und eine bessere CO2-Bilanz – alles mit Geschenkoption

♥ Verschiedene Projekte: Magerwiesen in Hessen, Bäume im Regenwald, Streuobstwiese


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 Nützliche, schöne Kleinigkeiten:

Es gibt also eine ganze Menge toller Kleinigkeiten, die man verschenken und damit gleichzeitig einen Beitrag für die Umwelt leisten kann! Fröhliche (Vor-)Weihnachten 🙂 !

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25 Jahre Mauerfall – meine Empfindungen als „DDR-Kind“

Nun ist seit 25 Jahren die Mauer geöffnet und die DDR als Staat quasi über Nacht verschwunden. Zum Mauerfall war ich 6 Jahre alt und habe bis zu meinem 20. Lebensjahr in Ostberlin gelebt. Wenn ich jetzt im Fernsehen die  Bilder und Interviews sehe, bin ich immer noch sehr berührt und mir kommen schnell die Tränen, wenn ich die Erleichterung sehe und mir das Ausmaß wieder klar wird. Gleichzeitig macht es mich sehr nachdenklich, denn auch die „Wiedervereinigung“ ist so ein langer, vielfältiger und oft auch ambivalenter Prozess. Deswegen finde ich es sehr wichtig, über solche Themen zu sprechen, zu lesen, zu schreiben und sich an die Vergangenheit(en) und auch die Gegenwart heranzutasten.

Meine DDR-Kindheit: in einer geteilten Stadt aufwachsen

Ich habe das Glück, zu jung gewesen zu sein, um persönliches Unrecht, Gewalt oder sonstiges Leid erfahren zu haben. In meiner Familie sieht das natürlich anders aus: Mein Vater durfte sein Abitur nicht machen, weil sein Vater nicht in der SED war, und konnte nur über Umwege studieren. Die Radarsysteme der NVA haben auch in meiner Familie zu schweren späten Gesundheitsschäden geführt. Bei meinen Großeltern saß einmal wochenlang die Stasi in der Küche. Ich habe Stasi-Akten gesehen, in denen Paketinhalte fotografiert waren von Dingen, die meine Oma in den Westen geschickt hat. Und ich habe natürlich als Kind mitbekommen, dass es eine 2. Welt gibt, jenseits der Mauer. Erste Besuche in Westberlin waren für mich sehr erwartungsvoll und schon als Kind von der Prophezeiung geprägt, dass man dort tolle Dinge kaufen könne. Für mich waren genau 2 Eindrücke prägend als Kind: Ich war verwundert, wie bunt und farbenfroh alles war, „drüben in Westberlin“. Und: Ich konnte nicht verstehen, warum es von jedem Produkt verschiedene Varianten gab. Warum reicht nicht eine Margarinensorte? (Das frage ich mich heute manchmal auch noch). Ansonsten war ich jedoch wenig beeindruckt.

Die Kulissen meiner Kindheit waren zwar nicht wie aus dem Bilderbuch, aber auf ihre Art „großstadtromantisch“: Wir haben auf hässlichen Friedrichshainer Hinterhöfen gespielt, sind über Baustellen geturnt und haben verfallene Häuser erkundet.

Die DDR-Mentalität für Kinder

Meine negativen Erinnerungen oder Gefühle bezogen auf die DDR betreffen die Erziehungsmentalität gegenüber Kindern, die mir sehr deutlich im Kopf geblieben ist und mein Selbstbewusstsein nicht gerade gefördert hat. Und vorweg gesagt: Mit der Wende war ja nicht alles „weg“ – die Konzepte, das Denken und die Mentalitäten blieben ja noch lang bestehen.

Mit 4 Monaten war ich in der Krippe, ab 2 Jahren glaube ich dann im Kindergarten. Meine Erinnerungen setzen sehr früh ein; ich kann mich noch an die Krippe und an den Wänden entlang aufgereihte Gitterbetten sowie den Geschmack von Babybrei erinnern. Der Kindergarten war sehr streng; ich musste gegen meinen Willen Schmalzbrote und Zungenwurst essen und jeden Morgen heiße Milch mit Pelle trinken. Mittagsschlaf auf harten Pritschen, die ich leider auch in der Schule nicht loswurde 😉 Wir hatten aber auch viel Spaß. In der Schule wurde es dann weiter sehr streng: Weiterhin Mittagsschlaf auf Pritschen, weiterhin Essenszwang und Eintragungen ins „Muttiheft“, wenn man nicht aufgegessen hat. Aber die für mich schlimmste Erfahrung war der übermächtige Kollektiv-Gedanke: Das Individuum zählte ihm gegenüber nicht viel. Da ich eine sehr gute, aber auch sehr freche Schülerin war, hatte ich genug Zeit, Blödsinn zu machen. Wurde man bei einer Verfehlung erwischt, wurde es unangenehm: Ich musste mich vor die gesamte schweigende Klasse stellen und beichten, was ich Falsches getan hatte. Ich habe mich oft verloren gefühlt. Allgemein habe ich eine sehr starke Tendenz erlebt, dass „persönliches Leid“ nichts zählt. Zähne zusammenbeißen und durch! Als ich mal durch eine Eisenstange verletzt wurde und eine Platzwunde im Mund hatte, ging keine der Hortnerinnen mit mir zum Arzt. Ich lief Stunden später allein nach Hause, wartete dort noch eine Stunde, bis meine Eltern von der Arbeit kamen und erst dann ging es ins Krankenhaus, wo ich genäht wurde. Auch einige Jahre nach dem Mauerfall, als ich mir als Kind das Handgelenk gebrochen hatte, war ich noch einige Tage damit in der Schule, bis am Wochenende meine Oma, die Krankenschwester war, mich ins Krankenhaus schickte, wo ich dann den Gips bekam. Wir DDR-Bürger waren also alles andere als Mimosen und gejammert werden durfte nicht. Ich erlebe das auch heute noch sehr stark bei meinen Eltern, die wenig Verständnis für Krankheit haben. Dies schlägt sich vor allem in der Arbeitsmentalität wieder, und selbst mir geht es noch so: Wenn ich krank bin und dann auch mal zuhause bleibe, habe ich ein schlechtes Gewissen und kaum die innere Ruhe, entspannt gesund zu werden. Gesund ist eine solche Mentalität nicht; ich glaube aber, sie resultierte auch aus Angst vor Jobverlust oder dem unausgesprochenen Tabu, Schwäche zu zeigen (denn für Schwäche habe zumindest ich als Kind wenig Verständnis oder Fürsorge erlebt, egal in welchen Bereichen).

Aber das Positive daran: Man wurde sehr früh selbstständig und wuchs mit einem modernen Frauenbild auf, denn die zuhausebleibende Hausfrau gab es im Osten kaum.

Die Wende: Befreiung und Entwertung

Der Mauerfall ist bis heute ein hochemotionaler Moment, und das natürlich zu Recht, darüber muss ich gar nicht viel schreiben. Dennoch war es auch ein Moment großer Unsicherheit: Was passiert mit Geld, Beruf und Zukunft? Viele haben viel verloren; zum Beispiel ihre Jobs – und standen dann vor dem Nichts. Und hinzu kam eine plötzliche Entwertung von allem, was man gewöhnt war und was zu einem gehörte. Auf einmal war alles schlecht: Der Osten rückschrittlich, unmodern, primitiv und hässlich. Und natürlich ist da auch was dran – unsere Tapeten waren hässlich, wir hatten kein Telefon, wir hatten nicht die schönsten Anziehsachen, aber trotzdem: Auch auf einem hässlichen Fußboden kann ein Kind laufen lernen und auch ohne viel Konsum glücklich sein. Aber natürlich haben nach der Wende auch sehr viele Ostdeutsche genossen, eine größere Auswahl zu haben und sich alles kaufen zu können, was man wollte und brauchte. Aber im Zuge dessen verschwand auch eine ganze Identität, alles wurde neu und schön, das Vertraute entsorgt. Ich empfinde das im Nachhinein als sehr radikal und genieße kleine „ostige“ Impressionen und alte Gegenstände- aber nicht, weil ich die DDR zurück will, sondern weil es die Athmossphäre und das Gefühl der Kindheit ist und eine alte, vertraute Welt, die einfach abgeschafft und ausgetauscht wurde. Wäre ich im Süden aufgewachsen, würden Palmen und Strand dieses Gefühl auslösen, es ist also keine politische Nostalgie, sondern eine ästhetische.

Meine Erfahrungen als „Ossi“

Bis heute treffen mich abwertende Aussagen, wenn über das Alltagsleben in der DDR herablassend gelacht wird. Während einer Exkursion von der Uni, als wir in dem Gebäude der Stasi-Unterlagen waren (bekannt als Gauck/Birthler-Behörde), haben meine westdeutschen Kommilitonen in den originalgetreuen DDR-Büros vor allem darüber gelacht, wie hässlich alles aussieht – während ich trotz der beklemmenden Geschichte ein heimeliges Gefühl hatte, da ich die vertraute Athmossphäre meiner Kindheit genossen habe. Solche und andere Reaktionen, die DDR-Bürger wegen Materiellem/Äußerlichen ins Lächerliche ziehen, empfinde ich als respektlos und verletzend. Wir waren doch keine schlechteren Menschen, nur weil wir weniger schöne Alltagsgegenstände hatten und keinem Konsumzwang verfallen konnten.

Ich bin erst im Westen zum Ossi geworden, als ich zum Studieren in eine andere Stadt gezogen bin. Bis dahin habe ich nie in Ost-West-Kategorien gedacht. Auf einmal war ich ein Ossi und andere waren dementsprechend Wessis – das war neu für mich, denn in Berlin habe ich nie diese Schubladen verwendet, auch wenn ich „Wessis“ kennengelernt habe; das war nie ein Thema, das war ganz unbewusst einfach egal. Und auf einmal werfen mir Gleichaltrige vor „Wir haben Euch doch das Geld in den Arsch geschoben“ oder haben Mitleid mit mir: „Das find ich ganz toll, dass Du hergekommen bist!„. Oder ich wurde gefragt: „Wo seid ihr denn nach der Wende hingezogen?“. Das war alles recht seltsam und auch deprimierend; aber ich muss dazu sagen, dass es auch eine kleine Stadt ist, wo viele vom Land kommen und wahrscheinlich einfach die Vorurteile ihrer Eltern reproduziert haben – und nicht einmal wussten, dass auch Ossis den Solidaritätsbeitrag zahlen.

Mein Rückblick und mein Fazit

Der Nationalsozialismus wurde bis heute nicht richtig aufgearbeitet, auch wenn viele Reportagen im Fernsehen laufen. Es wurde verdrängt, verborgen und Täter geschützt. Viel Unrecht ist bis heute nicht aufgearbeitet. Juristisch wie gesellschaftlich. Die gesellschaftliche Aufarbeitung ist schwierig, ebenso in Bezug auf in der DDR begangenes Unrecht. Sie muss immer differenziert erfolgen, ohne pauschale Verurteilung und ohne Verdrängung. Ich habe in der 12. Klasse erfahren, dass es Stasi-Gefängnisse gab, in denen gefoltert und getötet wurde. Ich habe dann die Gedenkstätte Hohenschönhausen besucht, die vielleicht 10 Kilometer entfernt war. Ich habe Vorträge über andere Stasigefängnisse besucht und war geschockt. Nicht zuletzt darüber, dass ich nichts davon wusste. Deswegen plädiere ich für unbürokratische Aufklärung und vor allem Bildungskonzepte. Gleichzeitig aber auch für Respekt vor Ostdeutschen. Pauschalurteile und -abwertungen sind zu bequem, um einer Wahrheitsfindung zu dienen. Und andere abzuwerten, um sich selbst aufzubauen, ist genauso blind. Zwar können wir als Deutsche dankbar sein, nicht (mehr) in einer Diktatur zu leben, aber auch unsere Gegenwart ist voller politischer und gesellschaftlicher Ideologien, und auch „bei uns“ wird unterdrückt, ausgegrenzt und Unrecht begangen, nur auf anderen Wegen und nicht offenkundig kriminell. Zu sagen, die DDR war schlecht, genügt dann nicht, wenn man unkritisch der eigenen Wirklichkeit gegenübersteht. Vergangenheiten, und gerade die schlimmen, sollten dazu dienen, die Freiheit der Menschen zu schätzen und für sie zu kämpfen. Eine selbstgefällige Feststellung, dass „die da drüben“ alles falsch gemacht haben, führt in die Irre, wenn man auch die eigene Gegenwart nicht infragestellt.

Vegane Adventskalender 2014 – große Liste :)

Ja, der Dezember steht vor der Tür und überall gibt es leckere Adventskalender. Zum Glück müssen auch Veganer da nicht mehr drauf verzichten! Hier eine Liste mit allen für Veganer geeignete Adventskalender, die ich finden konnte 🙂

Vegane Adventskalender 2014

Die Bezugsquellen/Links sind nur Beispiele, es gibt sie in  verschiedenen Shops!

Moo Free Adventskalender mit veganer Bio-Schokolade

(Bei Roots of Compassion als Ricky-Martin-Geburtstagskalender erhältlich 😉 )

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Schakalode-Adventskalender Schoko

Schakalode Adventskalender weiße Schokolade

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Der erste rohköstliche Adventskalender (von Keimling)

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Sonnentor Bio Gewürz-Adventskalender

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Sonnentor Bio Tee-Adventskalender

gewka


Weitere Tee-Adventskalender:

Goldmännchen groß & klein

Salus Tee-Adventskalender

English Tea – Bio Adventskalender


Plamil Adventskalender vegan und zuckerfrei

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Purrfect – veganer Make-up-Proben Adventskalender


Falls ich welche vergessen habe, gern Bescheid sagen, die Liste wird dann erweitert!

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Neu: „Jeden Tag vegan genießen. Biologisch, saisonal, kreativ“

In diesem Herbst erschienen und nicht nur eine Augenweide, sondern auch ein absoluter Appetitmacher:

„Jeden Tag vegan genießen. Biologisch, saisonal, kreativ“

von Mäggi Kokta, erschienen im Herbst 2014 im Löwenzahn Verlag

Löwenzahn_2551_U1_Kokta_Jeden-Tag-vegan-genießen_02.indd152 Seiten, 17,95€, u.a. hier bestellbar, und hier kann man reinlesen

Zwar erscheint ein Kochbuch nach dem anderen, dennoch lassen sich auch immer wieder besondere unter ihnen entdecken. Dieses Buch würde ich dazuzählen, da es Lust auf Natur, Lust auf gesunde Ernährung und Lust auf frische Lebensmittel macht.

Und das liegt an der sympathischen Autorin, die nicht auf einen Trend aufspringt oder mal ein paar Rezepte zusammenwürfelt, sondern mit Leib und Seele gesunde, saisonale und biologische Nahrungsmittel liebt. Sie baut in Permakultur eigenes Obst und Gemüse an und verbreitet die Begeisterung für vollwertige, gesunde Ernährung durch das ganze Buch 🙂 Und sie ist überzeugte Veganerin.

Leckere und gesunde Rezepte – vegan kann so einfach sein!

Das ist für mich das Beste am Buch: Die Rezepte sind sehr abwechslungsreich und verbinden Altbekanntes mit besonderen Akzenten – und sind dabei sehr bodenständig und keinesfalls überkandidelt oder zu komplex. Viele Rezepte kommen mit einer handvoll guter Zutaten aus und sind somit durchaus alltagstauglich und animieren zum Nachkochen – wobei die wirklich schönen Fotos ihr Übriges tun 🙂

vegan saisonal

Was mir persönlich sehr wichtig ist: Keine exotischen, teuren oder zu seltenen Zutaten, denn das schreckt mich sofort ab. Dieses Buch kommt ohne „moderne Superfoods“ aus – denn es steckt voller klassischer Superfoods: frisches Gemüse, frisches Obst, leckere Kräuter und gute Getreidesorten- um mal ein paar Beispiele zu nennen 😉 Die einzigen „fertigen“ Zutaten sind Pflanzenmilch, Pflanzensahne oder mal Seidentofu etc. Aber der Fokus liegt ganz klar auf Gemüse, weswegen viele der Gerichte auch sehr leicht sind und vor allem keinen „Fleischersatz“ brauchen.

Sehr schön finde ich auch den österreichischen Ursprung, den man ab und zu an bestimmten Zutaten und Kombinationen merkt, wodurch ungewöhnliche Rezepte auftauchen, die man in Deutschland so nicht gewohnt ist. Also auf jeden Fall ein Buch, was für Anregungen und Abwechslung sorgt!

Saisonal: gesund durchs Jahr!

vegan saisonalDie Rezepte sind eine kulinarische Reise durchs Gartenjahr und regen zum Bummel über den Wochenmarkt an. So kriegt man für viele Gemüsesorten leckere Rezeptideen und kann das Besondere in jeder Jahreszeit entdecken.

Hier mal einige meiner Favouriten:

  • Wildkräutersuppe und roter Linsenaufstrich
  • Erdäpfelkas mit frischen Kräutern (!)
  • Gemüse-Quiche und Salatpizza
  • Haferflockenbratlinge und Bohnen-Nudel-Salat
  • Kokosbällchen und Apfelgelee

Aber auch Aufstriche, Rohkostrezepte und Backwerk finden sich unter den Rezepten.

vegan saisonalFazit

Ein schönes, praktisches und sehr sympathisches Buch, das Lust auf einfache, gesunde und saisonale Küche macht und dabei auf dem Boden bleibt. Nicht nur sehr schön gestaltet, sondern auch durchdacht und mit Persönlichkeit geschrieben. Leckere Rezepte für die gesunde, leichte Alltagsküche – mit ein paar süßen Sünden hier und da, denn die gehören natürlich dazu 🙂

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Ein Tee-Geheimtipp: Die Bio-Manufaktur „Lieblingstee“ (mit Rabattcode)

Ich bin seit jeher leidenschaftliche Teetrinkerin und führe daher ein Leben ohne Kaffee, was für viele ja kaum vorstellbar ist. Ich trinke über den Tag verteilt verschiedene Tees: Morgens Earl Grey, tagsüber Grünen oder Weißen Tee, abends Kräutertee.

Heute möchte ich Euch eine tolle, noch junge Tee-Manufaktur vorstellen, deren Tees ich sehr gerne trinke und die mir wegen der Qualität sowie dem nachhaltigen Konzept sehr sympathisch ist:

Lieblingstee – Moderne Tee-Kultur

lt3Lieblingstee ist eine „Online-Teemanufaktur“ aus dem schönen Köln und hat ein wunderbares Angebot an Tee-Besonderheiten wie grünem Tee, weißen Tees und Tee-Blumen. Ich habe bei einer Freundin so einen Tee-Blumen-Tee getrunken und war begeistert 🙂 Deswegen habe ich nachgefragt, ob ich vielleicht einige Sorten probieren dürfte und mir wurde sehr nett geantwortet – mit einem Rabattcode für meine Leser inklusive 🙂 (siehe unten)

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Warum Bio-Tees?

Da mir gute Qualität bei Tees sehr wichtig ist, trinke ich eigentlich alle Tees nur in Bioqualität. Gerade vor kurzem hat Ökotest wieder belegt, dass viele Tees stark u.a. mit Pestiziden belastet sind – und zwar nicht nur grüne Tees, auch Kräutertees. Lieblingstee bietet zu 70% biologisch zertifizierte Tees und weitere Sorten in vergleichbarer Qualität. Die Bio-Zertifizierung wird jedes Jahr erneuert. Und das Besondere: Mitarbeiter von Lieblingstee fliegen selbst nach Asien, um Anbaugebiete kennenzulernen und Tee-Besonderheiten zu entdecken.

Gerade wenn man Tees regelmäßig trinkt, sollte man auf gute Qualität achten, da man sonst eine Menge Gift zu sich nehmen kann.

Weißer Tee und mein Geheimtipp

Weißen Tee habe ich früher ab und zu getrunken, als ich griechischen Bergtee entdeckt hatte, weitere Sorten kannte ich aber nicht. Das war ein Versäumnis, wie ich jetzt festgestellt habe 😉 Ich mag aromatische, würzige Tees, die trotdem dezent und leicht  sind – so mancher grüner Tee ist mir schon zu „wuchtig“, Roiboos aber irgendwie meist zu lasch. Weiße Tees liegen da für meinen Geschmack genau in der Mitte und sind ein kleines leckeres Highlight zwischendurch 🙂

lieblingstee

Pai Mu Ta @Lieblingstee

Den weißen Tee Pai Mu Tan trinke ich momentan regelmäßig. Auch mit viel Zucker schmeckt er traumhaft, ist schön leicht und aromatisch. Was aber das absolute Highlight war und wirklich ein echter Geheimtipp:

Silver Needle, ein Traumtee

Dieser Tee ist für mich die Entdeckung des Jahres, sonst würde ich ihn hier auch nicht extra vorstellen. Er ist unbeschreiblich lecker und hat ein ganz besonderes Aroma und ist schön kräftig, ohne zu intensiv zu sein. Ich kann es schwer beschreiben, weil ich wie gesagt so einen Tee bisher noch nie getrunken hatte. Meine Freundin Lize war auch mehr als begeistert. Da ich alle Tees außer Kräutertees gern mit Zucker trinke, kann ich auch nur die gesüßte Variante beschreiben, und da empfand ich es so, dass das Aroma durch den Zucker noch deutlicher hervorkam. Lize hat ihn ohne Zucker getrunken und war genauso begeistert. Hier die Beschreibung von Lieblingstee:

„Unsere Lieblings-Kostbarkeit unter den weißen Tees: nur die feinen Blattknospen aus 850-1.000 Meter Höhe werden geerntet und dann sorgfältig zu Nadeln verarbeitet, die sich beim Aufguss aufrichten. Dieser Tee kann mehrfach aufgegossen werden; milder Geschmack mit einem Hauch Aprikose. Die Farbe ist hell und leicht roséfarben.“

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Das Schöne an diesem Tee: er sieht auch noch gut aus 🙂 Man kann ihn direkt so ins Glas oder in die Kanne geben und den Blättern beim Tanzen zuschauen. Preislich liegt er etwas höher, aber ebenso wie auch die meisten grünen Tees kann man ihn mehrmals aufgießen, er ist also viel ergiebiger.

Grüne Tees und Teeblumen

Alle grünen Tees, die ich probiert habe, waren sehr lecker und auch nicht zu kräftig. Selbst die Kräftigen waren nicht zu herb. Wer Teeblumen noch nicht kennt, wird hier auch fündig. Ich mag das Spektakel sehr gern, es sieht toll aus und schmeckt phantastisch, deswegen auch gut als kleines Geschenk 🙂

Nachhaltigkeit

Dieser Punkt ist mir sehr wichtig, und erfreulicherweise machen sich viele Startup-Unternehmen im Bio-Bereich auch darüber Gedanken. Bei Lieblingstee ist zum einen der Versand klimaneutral, zum anderen wird in Köln gern auch mal mit dem Fahrrad ausgeliefert 😉

Viel Erfolg für Lieblingstee! – und für Euch einen Rabatt:

Ein wie ich finde durchweg sympathisches junges Unternehmen mit super Qualität und viel Engagement: Auf der Facebookseite wird immer über neue Sorten und besondere Entdeckungen berichtet, ab und zu gibt es auch Rabattaktionen.

Ich wünsche Lieblingstee viel Erfolg und bedanke mich vor allem für den sehr netten Kontakt! Und als kleines Give-away für meine Leser hier ein Rabatt-Code zum Kennenlernen:

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