Von der Bergbäuerin: „Das Kräuterwissen für Leib und Seele“

Nach dem wunderschönen Buch über die Waldfrau habe ich mich bei dem Verlag nochmal umgesehen und ein ähnlich sympathisches und schönes Buch entdeckt. Nicht ganz so „revolutionär“, aber ebenfalls aus dem Wissen einer sehr naturverbundenen Frau heraus entstanden, die ihr Leben Tag für Tag mit Kräutern teilt:

Das Kräuterwissen für Leib & Seele, von der Bergbäuerin Rosmarie Kranabetter

Copyright: BLV Verlag

Copyright: BLV Verlag

Rosmarie Kranabetter hat auf jeden Fall schonmal den kräuterhexigsten Namen, den man sich vorstellen kann – ich find ihn einfach toll 😉 Sie lebt in Irschen, einem Allgäuer Dorf auf 1300 Metern Höhe. Und irgendwie wundert mich das gar nicht, denn das Allgäu scheint das Mekka der Kräuterkundigen zu sein, u.a. der sehr bekannte und interessante Wolf-Dieter Storl lebt dort auch auf seinem Selbstversorgerhof. Im Buch wird dafür aber auch eine mögliche Erklärung gegeben: Die Jahreszeiten in dieser Höhe und bei der besonderen Witterung sind sehr intensiv, die Winter lang. Ebenso intensiv und konzentriert ist dann auch die Qualität und Kraft der Kräuter, die dort wachsen.

kraut6Über das Buch

Ich habe sehr viele Kräuterbücher, und jedes ist anders. Dieses hier gehört eher in die Kategorie „Rundherum-Lese-Entdeck-und-Reise-Buch“: Es ist keine bloße Sammlung von Rezepten und auch kein Gesundheitsbuch für eine komplette Hausapotheke, sondern bringt von allem etwas mit. Man kann es trotz der Rezepte und Anleitungen als Lesebuch durchlesen, denn es ist wie eine lange Erzählung rund um das Thema geschrieben, in die immer wieder konkrete Tips und viel interessantes Wissen eingestreut sind. Es geht in die Tiefe, ohne zu sehr in die Tiefe zu gehen, denn es verliert sich nicht in Einzelheiten oder eine zu große Menge an Pflanzen und Gedanken, sondern hat einen roten Faden. Dieser rote Faden begleitet einen durch alle Bereiche, die für das Verständnis von Kräutern und deren Anwendung wichtig sind. Es ist kein Lehrbuch, aber ein Lernbuch und deswegen auch gut für Einsteiger geeignet, da es nicht nur Lust auf Kräuter macht, sondern auch ganzheitlich in die Thematik einführt – vom Säen und Ernten über das Verarbeiten und Zubereiten bis hin zur Bedeutung für die Seele.

Copyright: BLV Verlag

Copyright: BLV Verlag

Kräuterwissen und Rezepte

Das Buch liefert für jeden Bereich, in dem man Kräuter einsetzen kann, Ideen, Rezepte und Anregungen. Die Rezepte und Anleitungen sind meist gut kommentiert und fügen sich gut in das Buch ein, so als würden sie nebenbei hineingestreut werden. Natürlich sind sie aber nur als Ausschnitte des großen Repertoires zu verstehen, da das Buch wie gesagt kein reines Nachschlagewerk ist.

Folgende Einsatzmöglichkeiten werden vorgestellt:

  • Kräutertees
  • Tinkturen
  • Essige/Öle/Liköre
  • Räuchermischungen
  • Für die Küche
  • Für Körper und Seele

Was mir sehr gefällt: Die Rezepte und Anleitungen sind in der Regel recht einfach und konzentriert gehalten. „Weniger ist mehr“ gilt auch und vor allem in der Kräuterkunde. Denn so manches Kraut ist schon allein für sich ein wahres Wunder und kann gar nicht genug gewürdigt werden. Sehr liebevoll und persönlich werden einige dieser „Super-Kräuter“ vorgestellt wie z.B. die wunderbare Schafgarbe, über die man immer wieder Neues erfahren kann, auch wenn sie nur „unscheinbar“ am Wegrand steht.

Copyright: BLV Verlag

Copyright: BLV Verlag

Das Angenehme an dem Buch ist die warme, begeisterte Sichtweise auf die Kräuter und die daraus abgeleitete ganzheitliche Verwendung. Wie viele Möglichkeiten es gibt, Gutes und Helfendes aus Pflanzen zu machen, zeigt dieses Buch. Genau das gefällt mir daran gut, da es auch um die innere Einstellung geht und darum, wie wir Pflanzen/der Natur und uns selbst begegnen. Das Buch ist überhaupt nicht esoterisch künstlich spirituell, auch trotz der Räuchermischungen nicht; sondern man merkt ihm einfach an, dass es von einem Menschen stammt, der sehr eng mit den Kräutern und ihren Wirkungsmöglichkeiten verbunden ist. Davon profitiert das Buch sehr, weil es dadurch ganz natürlich und unverkrampft in die Welt der Kräuter einführt.

Anregungen zum Selbermachen

Wie schon oben aufgelistet, werden viele Ideen und Rezepte für das Herstellen verschiedenster Dinge mit Kräutern gegeben – egal ob für Küche, Körper, Geist oder Seele. Es macht auf jeden Fall Lust zum Sammeln und Ausprobieren – botanische Kräuterporträts liefert es aber nicht.

Die Rezepte zum Kochen mit Kräutern sind zwar größtenteils nicht vegan, liefern aber trotzdem gute Anregungen. Alle anderen Rezepte wie z.B. Tinkturen, Tees, Öle usw. sind natürlich für Veganer geeignet.

Copyright: BLV Verlag

Copyright: BLV Verlag

Fazit

Ein ruhiges, sonniges und sympathisches Buch, das einen nicht nur in die Welt der Kräuter entführt, sondern auch ein bißchen Allgäuer Luft schnuppern lässt. Nicht wissenschaftlich, aber sehr weitsichtig geschrieben und voller Anregungen, Schönes aus und mit Kräutern selbstzumachen und vielleicht der eigenen Gesundheit mal anders zu begegnen. Kräuter sind unsere Freunde und Helfer – am meisten oft sogar die kleinen, unscheinbaren. Genau für diese versteckten Wunder und das Einfache, Naheliegende, weckt dieses Buch die Sinne.

Links

 

Advertisements

Selbstgemachter Schmuckhalter aus Holz (D.I.Y./Upcycling)

Ich habe überall: auf jedem Tisch, in jedem Zimmer Berge von Schmuck herumfliegen, in Kästchen oder Schalen. Aber was ich suche, finde ich natürlich nicht 😉 Deswegen habe ich für die Sachen, die ich oft trage, eine Art Schmuckregal gebaut, um mal alles an einem Ort zu haben. Die Idee entstand aus 4 Holzleisten, die zur Verpackung meines neuen Kühlschranks gehörten und die ich nicht wegwerfen wollte 😉 Es geht ganz einfach:

Selbstgemachter Schmuckhalter aus Holz (D.I.Y. & Upcycling)

Gekauft werden muss nichts, alles was benötigt wird, kann gefunden, wiederverwendet oder geborgt werden:

schmuckhalter upcycling d.i.y.Gebraucht wird:

  • 4 Holzleisten, Stäbe oder dickere Äste
  • mehrere stabile Zweige (zum Anhängen von Ohrringen auf die Dicke achten!)
  • Klebepistole oder Klebstoff oder Draht oder Band
  • Deko

Und so geht´s:

  1. Aus den 4 Leisten oder dickeren Zweigen ein Gerüst bauen. Ich habe mir dafür eine Klebepistole geborgt, man kann es aber auch mit anderem Kleber, Draht oder fest gewickeltem Band befestigen.
  2. Dann nach mehrere passende Zweige als Querstreben befestigen. Ende auch mal überstehen lassen, dort können Ringe aufgesteckt werden!
  3. Mit Deko nach Wahl bekleben/verzieren: Ich habe alte Mosaiksteine und Eicheln genommen.

Achtung: Bei allen gesammelten Naturmaterialien darauf achten, dass sie schön trocken sind.

Verwendung:

Einfach an die Wand hängen oder kleben, fertig! Die dünneren Zweige eignen sich zum Dranhängen von Ohrringen. Einfach Ohrringe einhängen, Ketten dranhängen und Ringe auf die Enden der Zweige stecken, fertig!

share

Heute um 21 Uhr auf WDR:Markt-Scanner: Superfoods

„Sogenanntes Superfood enthält besonders viele gute Vitamine, Mineralien und pflanzliche Proteine. Dazu gehören Goji-Beeren, Weizengras oder auch Acai-Beeren. Käuflich sind auch fertige Zusatzpulver, zum Beispiel direkt für das Müsli. Sie sollen uns fitter machen und vor Krankheiten schützen. Das Geschäft boomt – aber stimmen die Versprechen? Können diese Lebensmittel wirklich gesünder machen? markt macht den Praxistest.

Beim Stoffwechsel in unserem Körper bilden sich sogenannte „freie Radikale“. Sie sind nützlich, unterstützen das Immunsystem – solange es nicht zu viele werden. Antioxidantien wie Vitamine oder Spurenelemente sorgen dafür, dass dies nicht passiert. Rauchen, Alkohol, Stress oder falsche Ernährung können aber dazu führen, dass die freien Radikale überhand nehmen. Das wird als oxidativer Stress bezeichnet. Die Folgen: zum Beispiel schnellere Hautalterung und Gefäßverkalkung. Superfoods – so das Versprechen – enthalten viele Antioxidantien, die die überzähligen freien Radikale unschädlich machen, also den oxidativen Stress bekämpfen. Wir wollen wissen: Was können Goji und Co. wirklich?“

Fernsehtipp heute um 21:00 Uhr auf WDR: Superfoods

Neuerscheinung „Eat to live“ – vegan abnehmen und gesund leben

Gerade ist die deutsche Übersetzung des amerikanischen Bestsellers „Eat to live“ von Joel Fuhrmann erschienen. Da es dort über 1 Millionen mal verkauft wurde und große Erwartungen schürt, habe ich mal (nicht nur) einen Blick hineingeworfen 🙂

Eat to live – Das wirkungsvolle nährstoffreiche Programm für schnelles und nachhaltiges Abnehmen

copyright: Unimedica

copyright: Unimedica

Der Untertitel stellt den Inhalt des Buches etwas verkürzt dar – zwar ist es auch ein Programm zum Abnehmen, es dreht sich aber vor allem um Gesundheit durch Ernährung, wovon Normalgewicht ein Bestandteil ist.

Vorweg gesagt: Man merkt dem Buch seine US-amerikanische Herkunft an; seine Aussagen kommt teilweise recht reißerisch und plakativ rüber – was aber den Inhalt und die Fakten nicht schmälert. Das Buch hat einfach stellenweise eine sehr amerikanische Tonalität, die zum einen sicher aus der dortigen Kultur rührt, zum anderen von der brennenden Begeisterung und Überzeugung des Autors. Joel Fuhrmann ist in den USA sehr populär und propagiert eine vegane, ausgewogene und nährstoffreiche Ernährung.

copyright: Unimedica

copyright: Unimedica

An wen richtet sich das Buch?

Ich stelle mir mehrere ideale Leser für dieses Buch vor: Zum einen jemanden , der etwas Übergewicht und Krankheitssymptome hat, die auf eine ungesunde Ernährung zurückzuführen sind, woraufhin ein Arzt ihm nahelegte, weniger Fleisch und tierische Produkte zu essen. Oder eine Person, die bereits vegetarisch/vegan lebt, aber Gewichtsprobleme hat und gesund abnehmen möchte. Der dritte mögliche Leser wäre dann jemand wie ich, der zwar schon lang vegan lebt, aber sich dennoch zu einseitig ernährt bzw. sich etwas zu wenig mit Nährstoffen beschäftigt und dies nun ändern möchte.

„Werbung“ für vegane Ernährung

Das Buch bewirbt die rein pflanzliche Ernährung in hohen Tönen und liefert viele Fakten, Argumente und Studien. Bereits vegan lebende Leser werden einige Passagen überblättern können, in denen die vielen Vorzüge erläutert werden- vielleicht aber auch nicht, denn es werden auch viele Daten und Argumente geliefert, die zur „Verteidigung“ oder für die Diskussion mit skeptischen Fleischessern nützen können, die veganer Ernährung ja gern eine Mangelversorgung als Resultat unterstellen. Ausführlich liefert das Buch Anhaltspunkte für den Schaden, den tierische Proteine für die Gesundheit bedeuten können. Die Gesundheit des Menschen steht absolut im Mittelpunkt, es ist also kein Buch, das ethische Motive diskutiert. Dennoch ist es viel mehr als ein Lifestyle-Buch, da es wissenschaftlich unterfüttert ist und sich auf sehr viel Fachliteratur bezieht.

Der Inhalt

Das Buch ist ein dicker Wälzer mit über 400 Seiten und in folgende Kapitel gegliedert:

  • Kap. 1+2: Die Auswirkungen westlicher Ernährungsweise
  • Kap. 3: Sekundäre Pflanzenstoffe
  • Kap. 4: Die dunkle Seite tierischen Proteins
  • Kap. 5: Wissen über die richtige Ernährung macht Sie schlank
  • Kap. 6: Sich von Esssüchten befreien
  • Kap. 7: Eat to live nimmt es mit Krankheiten auf
  • Kap. 8: Ihr Plan für beeindruckenden Gewichtsverlust
  • Kap. 9: Unsere Zukunft in der Küche gestalten
  • Kap. 10: Die Eat-to-live-Rezepte
  • Anhang

Schon an den Kapiteln wird nochmal deutlich, dass es sich um einen Ratgeber handelt, der von Grund auf ein Umdenken über Ernährung und Essen anstrebt – das ganze „Problem“ wird auf mehreren Ebeben intensiv durchleuchtet und es wird beschrieben, wie Ernährungsgewohnheiten und falsche Lebensmittel nicht nur dick, sondern krank machen können.

copyright: Unimedica

copyright: Unimedica

Es wird sehr ausführlich auf Krankheiten und Risiken falscher Ernährung eingegangen, ebenso auch auf die Wichtigkeit der Vermeidung von Übergewicht. Alle behandelten Themen wiederzugeben ist hier nicht möglich, da der Autor wirklich sehr viele Bereiche abdeckt. Gut finde ich, dass auch auf psychische Aspekte im Verhältnis zum Essen eingegangen wird, denn das Buch erreicht durch seinen mehrdimensionalen Zugang sicherlich einen starken Effekt: Es werden nicht nur die Probleme gezeigt und auch erklärt, sondern Auswege mittels ausgewogener Ernährung gezeigt und gleichzeitig mentale Faktoren mit berücksichtigt. Für mich der nützlichste Inhalt des Buchs:

Das Ernährungswissen

Das Buch erklärt sehr ausführlich und anschaulich diverse Fragestellungen nicht nur rund um das Abnehmen, sondern auch rund um die optimale Nährstoffversorgung, wie ich sie erreiche und warum sie wichtig ist. Zucker, Kohlenhydrate, Öle und Ballaststoffe werden behandelt, ebenso sehr ausführlich die Vorteile grünen Gemüses und sekundärer Pflanzenstoffe. Sehr hilfreich finde ich die vielen Tipps für den Alltag, die sich gut integrieren lassen – bspw. der Nutzen von Nüssen, die Betonung auf viel frisches und rohes Obst und Gemüse und die Vermeidung bestimmter Nahrungsmittel.

Fuhrmann hat den Begriff Nutritarianer geschaffen – dies ist eine Person, die pro Kalorie soviel wie möglich Nährstoffe zu sich nehmen will. Dies macht sein Eat-to-live-Konzept aus.

Die Rezepte des 6-Wochen-Plans für die vegane Diät

copyright: Unimedia

copyright: Unimedia

Ungefähr 100 Seiten des Buches nimmt der ausführliche Rezeptteil ein, der Stoff für 6 Wochen liefert. Es werden allgemeine Tipps und Vorschläge für die Gestaltung der Mahlzeiten über den Tag verteilt gegeben und natürlich jede Menge Rezepte. Mir gefällt an den Rezepte sehr die deutliche Betonung von Obst und Gemüse, denn genau da besteht bei mir Handlungsbedarf.

Die Rezepte gliedern sich in

  • Smoothies und Salate
  • Frühstück
  • Dips, Dressings und Saucen
  • Salate
  • Suppen und Eintöpfe
  • Hauptgerichte
  • Desserts
copyright: Unimedica

copyright: Unimedica

Ein kleiner Kritikpunkt an den Rezepten meinerseits ist die Verwendung von Zutaten, die vom Autor hergestellt bzw. vertrieben werden. Allerdings handelt es sich hier nur um einige wenige Gewürzmischungen, die man also nicht benötigt, sondern leicht ersetzen kann. Und sie tauchen auch bei weitem nicht in jedem Rezept auf und es wird immer ein Ersatz genannt. Ansonsten gefallen mir die Rezepte sehr gut. Es sind eine aufwändigere und aber auch viele schnelle/simple Rezepte vertreten und meine Lesezeichen sind u.a. bei diesen leckeren Gerichten gelandet:

  • Kreuzblütler-Gemüseeintopf
  • Schwarzwälder Pilzcremesuppe
  • schnelle Gemüsepizza
  • Grünkohl mit Cahewsauce
  • Gemüselasagne ohne Nudeln
  • Schokoladen-Kirsch-Eis

Aber Achtung: Einige Rezepte sind nur vegetarisch (habe aber nur 1 bisher entdeckt).

Fazit

Wenn man dem Buch etwas Nachsichtigkeit bezüglich des amerikanischen Stils schenkt und den teils etwas reißerischen Stil beiseite packt, kann man viele interessante Fakten über vegane Ernährung unter dem gesundheitlichen Aspekt gewinnen. Es ist ein vollgepacktes Lesebuch und eine mehrhundertseitige Werbetrommel für pflanzliche Ernährung. Natürlich ist auch dieses Modell kein Allheilmittel, auch wenn es manchmal so erscheint – den gesunden Menschenverstand darf man nie beiseite packen. Dennoch werden viele sehr spannende Themen erklärt und viele Daten und Fakten gegeben, mit denen man seine Ernährung überdenken und ändern kann.

Für Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen auf vegane Ernährung umsteigen wollen, kann dieses Buch nicht nur eine gute Informationsquelle, sondern auch eine Motivation sein.

Wenn man sich damit anfreunden kann, dass der Autor von der Vermarktung seines Programms lebt und es daher teilweise etwas kommerziell daherkommt und ethische/moralische Aspekte hier nicht erörtert werden, können auch „gestandene“ Veganer sicher einiges Interessantes aus diesem Buch ziehen – leckere Rezepte allemal. Ich kann mir vorstellen, dass dieses Buch auch Veganern Mut macht, die noch Schwierigkeiten mit der Umstellung haben oder oft angefeindet werden. Es schadet nie, ein paar passende Argumente in der Hinterhand zu haben, wenn auf den vermeintlich gesundheitsschädlichen Einfluss veganer Ernährung angespielt wird. Außerdem liefert das Buch viele Quellen zu aktuellen Ernährungsstudien. Also keine Wartezimmer-Lektüre, sondern eine ausführliche Sammlung an Wissen, Daten und Argumenten für eine ausgewogene pflanzliche Ernährung zum Abnehmen und gesünder Leben.

share

Vegan2day und vegane Nahrungsergänzungen allgemein

Vegane Nahrungsergänzung Ja oder Nein?

Mit der Nahrungsergänzung für Veganer ist das ja so eine Sache… Man liest viel, auch verschiedenes, und jedem Veganer wird als erstes erstmal vorgehalten, dass er Mangelerscheinungen hat – meist von Menschen, die selbst noch nie ein Blutbild haben machen lassen und ihre eigenen Werte bei McDonalds & Co sicher auch nicht gerade verbessern 😉

Ich mache jedes Jahr ein großes Blutbild und habe mich ehrlich gesagt mit Nahrungsergänzungen nie so richtig beschäftigt. Wenn ich Mängel hatte, war das meistens Magnesium (was mit Fleisch ja nichts zu tun hat) und ab und zu etwas niedrige Eisenwerte, die ich dann immer schnell wieder ausgleichen konnte.

Gerade habe ich mein aktuelles großes Blutbild für dieses Jahr machen lassen – was mich daran am meisten erstaunt hat, war der B12-Spiegel, der super war (genau in der Mitte) – und das, obwohl ich seit ca. 18 Jahren fleischlos lebe und nie B12 supplementiert habe. Zwar sagt der im Blut verfügbare Wert nichts über den Speicherwert aus, aber irgendwo her scheine ich mein B12 zu bekommen 😉

Was allerdings trotz 2 Stunden Spazierengehen am Tag schon jetzt, vor dem Winter, im Keller war, ist Vitamin D. Das hat aber auch nichts mit veganer Ernährung zu tun, ich werde es aber auf jeden Fall über einen längeren Zeitraum einnehmen. Ich bin selbst kein Experte, habe aber jetzt etwas mehr über B12 und andere Nährstoffe gelesen und auch mal geguckt, was es so gibt auf dem Markt.

Veg1 (das Echte!) und Veg one

Bisher hatte ich ab und zu das klassische Veg1 der Vegan Society aus England gekauft, weil ich es sehr günstig und seriös finde, aber leider hat mich der Geschmack immer sehr gestört (man soll es lutschen oder kauen), und ich habe es nie regelmäßig genommen. An sich fand ich das Produkt aber gut und sympathisch.  Doch nun hat der gute Attila Hildmann – warum auch immer! – einfach mal den Namen geklaut und nennt sein eigenes (mit Orthomol entwickeltes) Nahrungsergänzungsmittel Veg one. Das finde ich persönlich sehr daneben, ich weiß erstens nicht, was das soll, und zweitens nicht, wieso das so einfach geht. Ich finde es unpassend und respektlos, denn Veg1 war die erste extra für Veganer entwickelte Nahrungsergänzung, und zwar zu einer Zeit, wo Veganismus noch nicht kommerzialisiert wurde, und wurde immer zu einem sehr fairen Preis angeboten. Anscheinend ist Attila oder wem auch immer kein besserer Name eingefallen?

Vegan2Day

Jetzt bekam ich von Vegan2Day die Gelegenheit, deren Produkt zu testen, worüber ich ganz froh war, weil ich es vor kurzem selbst entdeckt hatte und neugierig wurde. Jedoch hat mich der Preis etwas abgeschreckt, es ist aber etwas günstiger als Veg one. Die Zusammensetzung ist schlüssig für mich, es sind enthalten:

  • Vitamin B12
  • Vitamin B2
  • Vitamin D2
  • Calcium
  • Zink
  • Vitamin C zur Eisengewinnung
  • Omega-3

Ich persönlich hätte auch gern Eisen direkt im Präparat, das ist aber in Vegan2Day bewusst nicht enthalten, da Calcium die Eisenaufnahme hemmt und sich beide Stoffe in einem Präparat widersprechen würden.  Aber ich versuche jetzt ohnehin, mehr eisenhaltige und blutbildende Nahrungsmittel zu mir zu nehmen (Hier ein Eisen-Power-Smoothie und ein Rezept für eine Rote-Bete-Suppe).

Meine Erfahrungen mit Vegan2Day

vegan2dayIch kann nur für mich sprechen und will für nichts die Werbetrommel rühren; es gibt ein paar Pro´s und Contra´s, die ich hier kurz erzählen möchte:

Pro´s:

Die Zusammensetzung gefällt mir, wobei Calcium, die Omega-3-Versorgung, Vitamin B12 und Vitamin D für mich das Entscheidende sind. Patrick Baboumian wirbt für diese Nahrungsergänzung und seine Beiträge lese ich immer sehr gerne, da ich ihn sehr authentisch finde. Und auch wenn ich bisher keinen fundamentalen Mangel hatte, ist es doch ein ganz gutes Gefühl, einige der Stoffe, die kritisch sein könnten, zu sich zu nehmen. Preislich ist es natürlich Ansichtssache, aber als Abo verringert sich der Preis. Gut gefallen hat mir auch der klimafreundliche Versand und die Verpackung aus FSC-zertifiziertem Papier.

Meine Contra´s

sind zweierlei: ich finde es etwas umständlich, dass es 2 Kapseln sind (eine mit den Mikronährstoffen, eine mit der Omega-3-Formel – die Zweiteilung soll aber für optimale Dosierung sorgen). Denn mein Problem ist die regelmäßige Einnahme 😉 ich vergesse sowas gerne mal, und 2 Kapseln sind noch mehr vergessen als 1, aber das ist eher ein persönliches Problem. Der zweite Punkt hat mit der Qualität zu tun; an sich nichts Wildes, man muss es nur wissen: Die Kapseln mit den Mikronährstoffen sind sehr dünn und zerbrechlich, da sie nicht aus Gelatine sind. Beim Herausdrücken aus der Packung sind mir schon einige kaputt gegangen (oder bin ich zu stark? 😉 ), deswegen am besten drauf achten, einfach die Folie zuerst einzudrücken, dann gehen sie ohne Probleme heraus. Und die Algen-Kapseln mit Omega 3 sind gut aus der Packung zu entnehmen.

Mein Fazit

Insgesamt hat mich Vegan2Day soweit überzeugt, dass ich es über den Winter nehmen werde. Da ich es eh hin und wieder vergesse, werde ich mit einer 3-Monats-Packung gut hinkommen 😉

Dass ich in letzter Zeit auch sehr viel über Omega-Fettsäuren gelesen habe, trägt dazu bei, denn die habe ich bisher völlig vernachlässigt.

Was Blutwerte angeht, hat jeder Mensch auch sein individuelles Niveau dessen, was einen Mangel ausmacht oder wie der persönliche Verbrauch aussieht. Deswegen sollte man natürlich auch mit der Einnahme von Nahrungsergänzungen seine Blutwerte überwachen und auf eine ausgewogene Ernährung achten.

Lesen, entdecken, selbermachen: „Das geheime Wissen der Waldfrau“

Vorweg gesagt: Um dieses Buch bin ich schon lange virtuell herumgeschlichen und nun habe ich endlich einen Blick hineingeworfen! Und ich wurde nicht enttäuscht – im Gegenteil, es ist ein kleiner Schatz, weil es einem eine andere Welt offenbart und neugierig macht. Deswegen möchte ich es hier nicht nur vorstellen, sondern eindeutig empfehlen 🙂

Das geheime Wissen der Waldfrau

  • Waldfrau_110413_RZ.indderschienen 2013 im BLV Verlag, geschrieben von Wolfgang Funke
  • 160 Seiten, großes Format, gebunden. 29,90€

Die „Waldfrau“

Dieses Buch versammelt das Wissen von Franziska Weber, der „Waldfrau“ (im Buch Franzisca genannt). Sie ist nicht nur meine Namensschwester, sondern sicher auch so um die 30 – aber sie ist mir meilenweit voraus, denn sie lebt ein Leben, von dem ich selbst schon seit Ewigkeiten träume, für das ich aber nie den Mut hätte:

Sie lebt allein mitten im Wald. Punkt.

copyright: BLV Verlag

copyright: BLV Verlag

Klingt doch ganz einfach? Ja und nein! Von der Sache her ist es einfach, aber für moderne Menschen wie uns ganz und gar nicht, denn neben ganz vielen vermeintlichen praktischen Problemen wie Internet, Licht oder Strom kommt ja noch etwas ganz anderes hinzu: Angst zum Beispiel. Die meisten Menschen leben so entfernt von sich selbst und der Natur, dass sie es sicher keine Woche allein im Wald aushalten würden. Das ist bei Franziska anders. Sie lebt völlig im Einklang mit sich und ihrer Welt, dem Wald. Deswegen ist dieses Buch auch kein Survival-Guide oder ein bloßes Kochbuch, sondern vielmehr ein Einblick in die Erfahrungen und das Wissen eines Menschen, der in und mit dem Wald lebt: Ein Blick in den Wald selbst.

„Leider“ besteht der Großteil des Buches aus den einzelnen Beschreibungen zu den vielen Schätzen des Waldes – ich hätte gern noch viel viel mehr Persönliches über sie selbst gelesen, da sie wirklich sehr sympathisch, bodenständig und authentisch wirkt und mich sehr neugierig macht. Sie lebt Tag und Nacht im Wald, im Sommer wie im Winter, ohne Fernseher, ohne Uhr und versorgt sich selbst und hat dort ihren Frieden und ihr Glück gefunden. Ich finde das sagenhaft 🙂 Das ist sie:


Hier ein Video über „Das Wolfsmädchen Franziska Weber“.


Umgang mit der Natur

Wie schon erwähnt, ist das Buch mehr als ein Rezept- und Sammelbuch. Es vermittelt ein Lebensgefühl und eine Ethik, die Respekt vor der Natur und einen verantwortungsvollen Umgang mit ihr transportiert. Im Einklang mit der Natur leben, ohne sie auszuplündern und zu schädigen: Das ist möglich. Mir gefällt sehr am Buch, dass darauf eingegangen wird, aber genau das ist auch die Haltung der Waldfrau selbst. Der Autor beschreibt, wie sie sehr bedächtig und achtsam mit dem Wald umgeht.

„Der Wald gibt uns alles, was wir zum Leben brauchen“, sagt Franziska. Und der Wald gibt ihr nicht nur Nahrung und Unterkunft, sondern auch den Tagesrhythmus. Sie kennt jeden Winkel ihres Waldes und zeigt uns, was man aus all den vielen Früchten und Fundstücken machen kann. Heilmittel, Wintervorräte und Geschenke für Freunde sammelt sie im Wald. Ihre Botschaft: Es ist genug von allem da. Deswegen nur nehmen, was man braucht – alles andere ist auch morgen noch da.

copyright: BLV Verlag

copyright: BLV Verlag

Pflanzenwissen und praktische Tipps: Reise durch die Jahreszeiten

Das Buch führt einen durch´s komplette Jahr und stellt Pflanzen für jede Jahreszeit vor. Man kann es als Nachschlagewerk für die einzelnen Pflanzen und Früchte benutzen oder als Lesebuch. Es werden viele Hintergrundinfos gegeben, es ist aber gleichzeitig eine wunderschöne Reise durch das Jahr im Wald 🙂

Hier ein kleiner Auszug der Pflanzen, deren Eigenschaften und Verwendung vorgestellt werden:

  • Bäume (Ahorn, Eberesche, Birke, Eiche, Rotbuche usw.),
  • Beeren und Früchte (Holunder, Schlehe, Kornelkirsche, Erdbeeren),
  • Heilkräuter und Wildpflanzen (Barbarakraut, Schafgarbe, Bärlauch, Adlerfarn, Waldmeister, Löwenzahn) sowie
  • Pilze und Flechten (Zunderschwamm, Steinpilze, Totentrompete, Flechtensuppe 😉 ).

Natürlich gibt es zu allen Porträts schöne Bilder. Zwischendurch sind immer wieder einige Kochrezepte eingestreut, alle vegetarisch (sie tötet keine Tiere, isst aber gefundenes Fleisch).

Viele tolle Tipps zum Selbermachen

Und ich weiß auch gar nicht wo ich anfangen soll: Das Buch ist voller Entdeckungen und nützlicher Tipps. Sie macht Sauerkraut aus jungen Ahornblättern, Spülmittel aus Birkenblättern, Schnüre aus Brennnesseln, Wintergemüse aus eingelegten Löwenzahnwurzeln, Wienerschnitzel aus Riesenbovisten, Holzapfelpfannkuchen und Eichelmehl, fermentierten Brombeerblättertee oder Limonade aus Waldsauerklee. Sehr lecker auch das Rezept für Schafgarbengewürzbrot

copyright: BLV Verlag

copyright: BLV Verlag

Für Ideen zum Selbermachen eine wahre Fundgrube, und alles nicht nur trocken aufgelistet, sondern in einem sehr natürlichen und persönlichen Stil erklärt und kurz und knapp erläutert. Man lernt viel über das richtige Sammeln, die beste Verwendung und den gesundheitlichen Nutzen. Am Ende des Buches gibt es ein kleines Kapitel zum Haltbarmachen.

Fazit

Für mich ist dieses Buch etwas ganz Besonderes – ich möchte es jede Woche nochmal neu im Briefkasten haben 🙂 Und vor allem möchte ich nach dem Lesen mit offeneren Augen in den Wald gehen und all das entdecken, was er an Geschenken und Schätzen zu bieten hat, und mich darauf einlassen. Nicht ohne Grund steht gleich auf den ersten Seiten, dass dazu auch gehört, Müll und Gegenstände einzusammeln, die dort nichts zu suchen haben. Wenn wir mit der Natur eine Partnerschaft eingehen, ist für alles gesorgt – das ist keine esoterische Floskel, sondern die gelebte Erfahrung dieser Waldfrau, die ich am liebsten persönlich kennenlernen würde. Ein bißchen wie im Märchen – aber da das bei weitem nicht so einfach ist und auch nicht romantisiert werden muss, habe ich vor allem großen Respekt vor ihr. Ich würde mich das nicht trauen…. aber dagegen werde ich über kurz oder lang etwas tun 🙂

Traurig eigentlich, dass solche Menschen „Exoten“ sind, obwohl sie das tun, was am naheliegendsten ist: Friedlich mit der Natur leben. Das haben wir in den letzten paar Tausend Jahren leider verlernt, obwohl die Natur das Schönste ist, was wir haben:

wa1

Wer noch mehr über Franziska wissen will: Hier ein Interview mit dem Autor des Buches über seine Besuche bei Franziska und ihre Streifzüge durch den Wald.

Und hier gibt es eine Leseprobe des Buches!

share

Veganer Kartoffel-Gemüse-Herbsttopf von Nadine :)

Wunderschön herbstlich, schnell gemacht und sehr gesund, gerade im Erkältungsherbst! Dieses Rezept hat mir meine Freundin Nadine geschickt, leider liegen ein paar hundert Kilometer zwischen uns, sonst wär ich direkt zum Mitessen vorbeigekommen.

(Und wer wie ich keinen Porree mag, kann Lauchzwiebeln nehmen 😉 )

Nadine´s herbstlicher Kartoffel-Gemüse-Topf

eintopf

Zutaten:

Das ergibt 2 kleine oder 1 große Portion, wo noch etwas übrig bleibt, je nachdem wieviel man schafft 😉

  • 4 Kartoffeln
  • 4 Champignons
  • 2 Stangen Porree
  • 2 Tomaten
  • Gemüsebrühe
  • 100-200ml Kokosmilch
  • Gewürze
  • Ingwer

Zubereitung:

Man nimmt die vorgekochten, gewürfelten Pellkartoffeln und das restliche kleingeschnittene Gemüse und füllt den Topf mit Wasser und einem guten Teelöffel Gemüsebrühe und Kokosmilch auf (je nachdem, wie sämig und kokos-milchig man es haben möchte). Dann alles 10-15 Minuten köcheln lassen und gut würzen mit Salz, Pfeffer und etwas Muskatnuss. Ingwer passt toll dazu und ist gut für die Abwehrkräfte!

Super passend und für die gelbe Farbe: Die Herbaria Gewürzmischung Kürbiskönig (u.a. mit Kurkuma und Kreuzkümmel, zwei leckere Gewürze!).

Variationen:

Wer es nicht als Eintopf mag, macht alles in der Pfanne und brät das Gemüse schön an und löscht es dann mit Kokosmilch ab und würzt anschließend. Dazu würden auch Erdnüsse oder Cashewkerne passen.

Lecker zum Draufstreuen: Räuchertofu-Würfel.

Und natürlich kann man andere Gemüsesorten dazunehmen oder austauschen; super passen würden z.B. Hokkaido-Kürbis oder Süßkartoffeln, aber auch Pak Choi und Austernpilze.

Guten Appetit!

share