Buchtipp „Einmachen – Gemüse natürlich einlegen“

Da ich endlich einmal erste Versuche wagen möchte, Gemüse selbst einzulegen, habe ich mir u.a. dieses Buch besorgt und bin total begeistert, weswegen ich es hier einmal empfehlen und vorstellen möchte:

Einmachen. Gemüse natürlich einlegen.

copyright: h.f.ullmann

copyright: h.f.ullmann

Der Preis ist für die Ausstattung und inhaltliche Qualität des Buches wirklich der Hammer! Es ist gebunden und wirklich schön zu lesen, mit hochwertigen Fotos und gut strukturiertem Inhalt. Die Autorin, Karin Bojs, ist Wissenschaftsredakteurin Schwedens größter Tageszeitung und baut Gemüse selbst an. Deswegen liefert sie in ihrem Buch auch viele wissenschaftliche und praktische Hintergründe – kein 0815-Rezeptbuch, sondern ein Buch mit Substanz!

Zum Inhalt

Das Buch eignet sich gut für Neueinsteiger, die sich einen handfesten Überblick über die Methoden des Gemüse-Einlegens mittels Milchsäuregärung verschaffen wollen (dazu später mehr). Es werden interessante und praxisnahe Infos gegeben, mit denen man die Prozesse verstehen und Fehler vermeiden kann.

Die Kapitelstruktur:

  • Vorbereitung & Ausstattung
  • Jedes Gemüse hat seine Saison
  • Grundrezepte
  • Rezepte zur Verwendung des Eingelegten
  • Die Welt der Milchsäuregärung
  • Chemische und biologische Grundlagen
  • Gesundheitliche Vorteile
  • Profi werden
  • Adressen, Register usw.

Die Rezepte und das Gemüse zum Einmachen

Das schöne an diesem Buch ist, dass alles ausführlich und umfassend erklärt wird. Die Gemüsesorten werden alle entsprechend ihrer Erntesaison vorgestellt und für jedes der wichtigsten Gemüse gibt es ein Rezept zum Einlegen. Dies sind u.a.:

Gurken, Bohnen, Zucchini, Paprika, Sauerkraut und Kohl, Rote Bete, aber auch Mixed Pickles und Exotisches wie Kimchi und Chilischoten.

Man hat also für alle wichtigen Gemüsesorten ein Basisrezept, in dem Zutaten, Arbeitsschritte und mögliche Besonderheiten/Probleme genau erklärt werden. All die Rezepte zum Einlegen sind vegan (bis auf Kimchi, dort kann man die Fischsauce aber durch Sojasauce ersetzen) und es sind immer nur wenig Zutaten erforderlich. Eine Starterkultur an Milchsäurebakterien braucht man nicht!

Die Hintergründe des Einlegens und der Milchsäuregärung

Neben den tollen Anleitungen sind vor allem die Hintergrundinformationen sehr interessant und ein großer Anreiz, das ganze mal auszuprobieren. Gerade für Veganer ist Milchsäure (die nichts mit Milch zu tun hat bzw. haben muss) eine gesunde Bereicherung der Ernährung, da in der Milchsäuregärung B-Vitamine entstehen, die bei veganer Ernährung leider zu kurz kommen. Die Autorin weist aber darauf hin, dass die komplette Deckung des B12-Bedarfs nur mit milchsauer eingelegtem Gemüse nicht bewerkstelligt werden kann.

copyright: h.f.ullmann

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So funktioniert es

Salzlake, Flüssigkeitsmenge, richtige Aufbewahrung (Abdichtung, Temperatur), Schutz und sauberes, genaues Arbeiten sind die Faktoren, die für erfolgreiches milchsaures Einlegen und Haltbarmachen wichtig sind. All das erklärt das Buch genau, bereitet auf mögliche Fehler vor und erklärt die Prozesse der Gärung. Die Mengen sind für normale Haushalte gedacht, man braucht also keine 10-Liter-Tontöpfe kaufen 🙂

Gesundheitliche Vorteile von Milchsäurebakterien

Im Info-Teil des Buches erklärt die Autorin die Phasen der Milchsäuregärung und ihre Bedeutung. Besonders interessant sind die gesundheitlichen Aspekte, denn Milchsauer eingelegtes Gemüse hat viele Vorteile:

  • Vitamin C bleibt erhalten
  • Vitamin B12 wird gebildet
  • der glykämische Index wird gesenkt (gut für den Blutzuckerspiegel)
  • Eisen- und Mineralstoffaufnahme wird begünstigt
  • usw

Diese und weitere gesundheitliche Aspekte werden in dem Buch besprochen.

Die Kochrezepte

Auch einige Rezepte zum Kochen mit eingelegtem Gemüse werden vorgestellt. Diese sind zwar meist nicht vegan, machen aber auch nur einen kleinen Teil des Buches aus. Einige Gerichte sind aber vegan bzw. sehr leicht zu veganisieren:

  • Zucchinisalat mit Äpfeln (pflanzliche Mayonnaise nehmen)
  • Estnisches Sauerkraut (Räuchertofu als Ersatz nehmen)
  • Rote Bete Salat mit Walnüssen (veganen Joghurt als Ersatz nehmen)
  • Borschtsch (mit Gemüsebrühe kochen)
copyright: h.f.ullmann

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Fazit:

Ein wirkliches praktisches und sehr schönes Buch – zu einem tollen Preis! Sehr gut für Einsteiger und Menschen, die sich fundiert über das Einlegen von Gemüse informieren wollen. Sehr verständlich und angenehm geschrieben, praxisorientiert und mit sehr schönen Bildern. Macht also nicht nur inhaltlich was her – deswegen auch gut zum Verschenken.

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2 Kommentare zu “Buchtipp „Einmachen – Gemüse natürlich einlegen“

  1. Stadtpflanze sagt:

    Wieder ein Buch, das sehr interessant klingt. Ich mag solche „speziellen“ Bücher lieber, als Bücher, die zu allgemein und oberflächlich gehalten sind. 🙂

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    • Ja, das geht mir auch so, deswegen suche ich eh vor allem nach Büchern von kleineren Verlagen. Der Verlag von diesem Buch war für meine Interessen vom Programm her eher nicht so interessant, deswegen war ich von dem Buch umso mehr positiv überrascht 🙂 Deswegen kommt mir der Preis auch fast wie ein Fehler vor 😉

      Meine Lieblings-Klassiker sind die kleinen selbstgeschriebenen vom Packpapier-Verlag, teilweise schon über 20 Jahre alt aber einfach toll. Kennst du den?

      Gefällt mir

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