„Vegan und basisch“ – Gesunde Küche für Kochbegeisterte

Gerade ist ein neues Buch zum Thema vegan und basisch kochen erschienen, was mich sehr neugierig gemacht hat, denn über Übersauerung und basische Ernährung/Lebensweise habe ich schon öfter gelesen, deswegen will ich hier auch kurz die Hintergründe erklären.

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Übersäuerung und basische Lebensmittel

Unser Blut hat einen ph-Wert von 7,4 – alle Werte ab 7 sind basisch, darunter sauer.  Ist das Milieu im Körper zu sauer, schalten die Körperzellen die Basenproduktion ein, um den Wert stabil zu halten. Und dies erhöht den Kalziumspiegel im Blut, was verschiedene Folgen haben kann (von Knochenschwund, Gefäßablagerungen bis hin zu Nierenproblemen). Stress und ungesunde Lebensmittel führen zu einem gestörten Säure-Basen-Haushalt im Körper, der viele Körperprozesse negativ beeinflusst, so zum Beispiel auch die Entschlackung und Ausleitung von Giftstoffen. Außerdem begünstigt Übersäuerung einen Mineralstoffmangel, da die basenbildenden Mineralstoffe für die Basenbildung „verschlissen“ werden. Die Neutralisierung von Säuren läuft also zu Ungunsten der Mineralstoffaufnahme. Um den eigenen Status-Quo zu ermitteln, eignen sich ph-Wert-Teststreifen.

Stark säurebildende Lebens- und Genussmittel sind tierische Eiweiße, Alkohol, Milch, Zucker, Cola, Kaffee und chemische Zusätze, aber auch u.U. zuviel Soja.

Das Buch „Vegan & basisch“ von Johann und Gabi Ebner

copyright Kneipp Verlag Wien

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♣ erschienen 10.9.2014, 144 Seiten, 19,90€, Kneipp Verlag Wien

Die Einleitung

Die Einleitung ist für einen Aspekt meines Erachtens leider zu kurz geraten (das wird aber wieder wettgemacht), denn die genauen Hintergründe und negativen Auswirkungen von Übersäuerung werden kaum erläutert – diese Informationen gibt es aber natürlich bei anderen Quellen, und immerhin ist es somit auch keines der Panikmache-Bücher, die gleich mit Schreckensszenarien beginnen. Sehr aufschlussreich ist die Einleitung aber hinsichtlich der praktischen Tipps und Erklärung basenbildender Lebensmittel, über die ein guter Überblick gegeben wird.

copyright Kneipp Verlag Wien

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Die Autoren sind Veganer aus Leidenschaft und ebenso leidenschaftlich an gesunder Lebensweise interessiert – und das merkt man. Viele Lebensmittel werden empfohlen und ihre Rolle für die Basenbildung erklärt. Auf 16 Seiten wird hier ein wirklich breiter und hilfreicher Überblick über sinnvolle Zutaten, Gemüsesorten, Eiweißlieferanten und Würzmittel gegeben. Hervorzuheben ist u.a. die wichtige Rolle von Salzen, Hülsenfrüchten und die Wahl der richtigen Öle. Hier konnte ich wirklich dazulernen und werde bei manchen Dingen den nächsten Einkauf etwas abändern. Die ausführliche Einleitung ist definitiv ein Punkt, der dieses Buch sehr wertvoll und Lust auf gesunde Küche macht.

Die Rezepte

Rezepte liefert dieses Buch in Hülle und Fülle – 100 Gerichte werden vorgestellt. Zwar gibt es nicht zu allen Gerichten ein Foto, aber so blieb mehr Platz für Rezepte.

Folgende Kategorien an Rezepten gibt es:

  • Grundrezepte
  • Vorspeisen, Dips, Salate
  • Suppen
  • Warme Hauptspeisen
  • Süßes

Einige für mich exotische Zutaten tauchen in den Rezepten auf – jedoch sind es immer die gleichen „Unbekannten“, die man also schnell ergänzt hat und auch regelmäßig verwenden kann. Ein Beispiel ist Genmai Su, ein Reisessig. Die exotischen Zutaten beschränken sich aber auf asiatische Lebensmittel, da die Rezepte sich häufig der sehr gesunden asiatischen Küche bedienen, ohne dabei aber asiatisch zu sein. Es werden lediglich andere, gesündere Würzmittel verwendet.

Ausgelegt sind die Rezepte auf 3-4 Personen. Als einfache Schnellküche kann man die meisten nicht bezeichnen, zumindest werden oft viele verschiedene Zutaten benötigt, weil die Gerichte oft sehr abwechslungsreich gewürzt werden.

Die Gerichte

Die vorgestellten Gerichte lassen sich keiner einzelnen Küche zuordnen, sind aber trotz der teils asiatischen Zutaten auf jeden Fall als europäisch einzustufen und sehr vielfältig und abwechslungsreich.

copyright Kneipp Verlag Wien

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Viel frisches Gemüse, verschiedene Kohlehydratquellen und eine spannende Würzung kennzeichnen die Gerichte – mit Fertigprodukten wird so gut wie gar nicht gearbeitet. Es sind also Rezepte für Kochfreunde, die Spaß am Selbermachen haben und sich kulinarisch austoben wollen. Die meisten Gerichte sind deswegen zwar nichts für einen 10stündigen Bürotag, aber auch dafür gibt es ein paar Rezepte, die nicht zu komplex und aufwändig sind.

Beispiele

Viele der Gerichte sind nicht alltäglich und klingen schon beim Lesen toll: Buchweizenspätzle mit Kastanien, Wirsind und Räuchertofu, Dinkellasagne mit Linsen-Gemüse-Füllung, Polenta-Pizza, Kartoffel-Sellerie-Auflauf, Schwarze Linsen in Senfsauce und Apfel-Mohn-Strudel oder Dinkelgrieß mit Mohn und Cranberries machen mehr als Appetit und Lust aufs Kochen 🙂

Mein Favourit

Richtig angetan hat es mir „Die wirkliche Kraftsuppe“! Ich bin gar nicht so der Suppentyp (bzw. habe wenig Erfahrung mit Suppenkochen), aber diese hätte ich am liebsten sofort gegessen:

copyright Kneipp Verlag Wien

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Diese Suppe besteht u.a. aus Pilzen, Algen, Miso und verschiedenstem Gemüse (Lauch, Brokkoli, Pastinake). Dazu kommen Ingwer, verschiedene Kräuter und Räuchertofu und fertig ist die Powersuppe: Sie soll bei der Entschlackung und Entgiftung helfen und die „Basen-Batterien“ aufladen. Definitiv auf meiner To-Do-Liste!

Fazit

Auch wenn es (für mich) kein Kochbuch für jeden Tag ist, liefert es nützliches Wissen und viele Informationen, die man in seinen Alltag integrieren kann. Es hat mir viele Anstöße gegeben, vollwertigere und basenbildende Alternativen zu wählen und mich auf jeden Fall animiert, mal anders und frisch zu kochen. Es sind einige Lesezeichen im Buch gelandet – auch, weil mal nicht alltägliche Gemüse- und Getreidesorten in den Rezepten verwendet werden.

Ein super Buch für alle, die glauben, gesund kann nicht lecker sein oder basische Ernährung sei eine langweilige Diät 🙂

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