Buchtipp „Ernährung im Sport für Vegetarier und Veganer“

…auch gerade neu erschienen: Ein Buch über Veganismus und Sport aus dem Sportverlag Meyer & Meyer

Ernährung im Sport für Vegetarier und Veganer

Ernährung im Sport für Vegetarier und Veganer♣ 160 Seiten, 19,95€

♣ von Dr. Mareike Großhauser

♣ Direkt beim Verlag bestellbar

Über das Buch

Vorweg: Es ist kein rein veganes Buch – sowohl Veganer als auch Vegetarier werden in diesem Buch angesprochen. Die vorgeschlagenen Rezepte und Ernährungstipps sind aber stark vegan-lastig.

Die Autorin ist Ernährungswissenschaftlerin, ehemalige Leistungssportlerin und lebt vegan. Mit ihrem Buch will sie wissenschaftlich fundierte Tipps und Fakten zu pflanzlicher Ernährung bei gleichzeitiger hoher körperlicher Belastung durch Sport geben. Es ist kein Rezeptbuch, aber dennoch auch ein Rezeptbuch: Die Rezepte machen ca. 1/4 des Buches aus, vorher werden diverse Bereiche rund um Gesundheit, Sport und vegane Ernährung behandelt. Es ist also vor allem eine Informationsquelle zum tieferen Einstieg. Es richtet sich an LeserInnen, die sich nicht nur oberflächlich mit Fitness, Sport und gesunder Ernährung auseinandersetzen wollen. Es ist kein „Lifestyle-Buch“ sondern ein mehr in die Tiefe gehendes Sachbuch, das einem viel Stoff und Wissen zur Auseinandersetzung bietet.

Und noch eine kleine positive Nebenbemerkung: Gedruckt auf Papier aus umweltverträglicher Forstwirtschaft.

Die Themen

Folgende Kapitel bilden die Schwerpunkte des Buchs:

♦ Vor- und Nachteile pflanzlicher Ernährung

♦ Sportgerechte Ernährung: Wichtige Mikro- und Makronährstoffe, Energie, Ernährungsfehler

♦ Vegetarische Sporternährung: Basisernährung, Leistungssteigerung, vegane sportgerechte Ernährung

♦ Sinn und Unsinn von Nahrungsergänzungsmitteln

♦ Lebensmittel: bedarfsdeckende Ernährung, Biolebensmittel, Rezeptideen

♦ Ernährungsempfehlungen, Fragen & Antworten

Zum Inhalt

Das Buch ist sehr wissenschaftlich aufgebaut und bezieht aktuellste Studien mit ein. Fokus ist durchgehend das Thema Gesundheit, vor dessen Hintergrund die Bereiche Sport und pflanzliche Ernährung behandelt werden. Es werden viele Daten und Fakten vermittelt – aber auf verständliche und übersichtliche Art und Weise: (Ausschnitt)

Copyright: Sportverlag Meyer & Meyer

Jedes Kapitel endet mit einer Zusammenfassung. Es werden viele Grundlagen über Ernährungswissen und Körpervorgänge und -bedürfnisse bei intensiver sportlicher Belastung vermittelt und analysiert – jeweils mit der Perspektive auf Umsetzbarkeit im Alltag.

Der Bereich Sport und Gesundheit richtet sich vor allem an Menschen, die sich sehr intensiv sportlich betätigen, dementsprechend differenziert und ausführlich sind auch die Tipps und Hintergründe, die vermittelt werden. Wer also ausgiebig und regelmäßig Sport macht, ist hier richtig aufgehoben. Speziell für Veganer wird darauf eingegangen, wie in diesem Fall für eine ausreichende und sinnvolle Energiezufuhr mit gesundheitlichem Mehrwert gesorgt werden und der Eiweißbedarf gedeckt werden kann.

Sehr gut gefällt mir der Bereich der allgemeinen Lebensmittelkunde, in dem „Basics“ besprochen werden und analysiert wird, auf welche Produkte man am besten zurückgreift, um das gesundheitliche Optimum für sich zu erreichen (z.B. die richtigen Öle, welche Mehlsorten, Unterschiede der „Pflanzenmilch“-Palette, welches Getreide, Biolebensmittel).

Die Rezepte

Hier eine kleine Auswahl – alle Rezepte des Buchs sind für Veganer geeignet:

≈ Dinkelbrot, Nährstoffpower-Muffins, Gemüseecken, Quinoa mit Avocado und Sesam, Gemüselasagne

≈ Vollkornspaghetti mit Trüffelsauce, Blaubeer-Cupcakes, Regenerations-Shake, Powerrriegel

≈ verschiedene Brotaufstriche, Polenta, Gemüse-Chutney, Knabberbällchen, vegane Kräcker

Ernährung im Sport für Vegetarier und Veganer

Copyright: Sportverlag Meyer & Meyer

Kritik

Eine mögliche negative Nebenwirkung sehe ich in der sehr tiefgehenden Auflistung aller wichtigen Nährstoffe und der Symptome des Mangels. Das liegt aber in der Natur der Sache und nicht im Buch: je mehr Schlechtes man liest, umso ängstlicher kann man werden. Das Buch vermittelt auch keine Panikmache, kann aber das Gefühl erzeugen, vor einer unlösbaren Aufgabe zu stehen. Einen frisch umgestiegenen Veganer könnte dies vielleicht verunsichern – man darf aber nicht vergessen, dass jede Form der Ernährung Risiken birgt und Mängel mit sich bringen kann. Otto Normalverbraucher wird sich kaum viel Gedanken um die Auswirkung seiner Ernährung machen – dem sind Veganer oft schon einiges voraus. Daher sind die Informationen zu Nährstoffen und deren Funktion allemal eine Anregung zu gesünderer und bewussterer Ernährung.

Gewundert habe ich mich allerdings, als in einer Liste über „fleischlose Lieferanten für die Mengenelemente Kalium, Kalzium und Magnesium“ ausgerechnet Fisch (Steinbutt und Seezunge) empfohlen wurde. Mir ist unklar, wie das dort so stehen konnte, auch wenn vielleicht mit „Fleisch“ Säugetiere gemeint sind. Auch wird in einer Auflistung veganer Lebensmittel Honig aufgeführt, den ein Großteil der Veganer jedoch nicht zur veganen Ernährung zählt. Solche Fehler können natürlich passieren, sind aber schade: Denn schlecht recherchiert ist das Buch nicht, da in einem Rezept mit Apfelsaft sogar extra darauf hingewiesen wird, dass Apfelsaft oft mit Gelatine geklärt wird. Das waren aber auch die einzigen Stellen, an denen mir so etwas aufgefallen ist.

Fazit

Ich würde dieses Buch all jenen empfehlen, die sich fundiert und tiefgehend mit Sport und Ernährung befassen wollen. Es ist kein Buch zum Durchschmökern, sondern schon eine Lektüre für Wissbegierige – aber mit jeder Menge Alltagsbezug und praktischem Mehrwert. Das Buch trifft klare Aussagen und ist daher ein guter Ratgeber auf höherem Niveau. Die Aufmachung ist übersichtlich, angenehm und auf jeden Fall ansprechend.

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