Vegan mit Hund – wie ernähre ich ihn? (mein Weg)

Die Ernährung unserer Haustiere ist für Veganer und Vegetarier ein teilweise schwieriges Thema, da man vor mehreren Dilemmata stehen kann.

Die Kernfrage ist: Was ist artgerecht, was traue ich mir und meinem Tier zu?

Vorab gesagt: Die Entscheidung, was er seinen tierischen Gefährten füttert, muss und darf jeder selbst treffen, alle möglichen Wege haben Vor- und Nachteile, daher möchte ich hier in meine Überlegungen Einblicke geben, wohlwissend dass es ein Kompromiss ist. Ich sehe folgende verschiedene Wege mit den entsprechenden Argumentationsweisen:

  • Vegan/vegetarisch: Es gibt Veganer/Vegetarier, die ihre Tiere vegan/vegetarisch ernähren; hierfür gibt es mittlerweile verschiedene Hersteller, die entsprechendes Futter anbieten. Ich finde, man kann über dieses Angebot dankbar sein und habe die Hoffnung, dass in diesen Produkten viel Forschung und Wissen steckt, um eine gute Nährstoffversorgung sicherzustellen. Schlechter als so manches herkömmliche Futter kann es kaum sein, vermute ich 😉 Ich persönlich würde meinem Hund diese Ernährungsform aber nicht zumuten, da ich es mir nicht zutraue, den genauen Überblick darüber zu haben, was er braucht und ob er es im richtigen Maße bekommt. Dieses Wissen kann man sich anlesen, jedoch hindert mich daran die Überzeugung, dass Hunde Beutefresser sind, die sich größtenteils auf tierischer Basis ernähren. Dies halte ich persönlich für artgerecht und möchte diesen Bedürfnissen entsprechen; gleichzeitig möchte ich meinem Hund keine Experimente zumuten, da er seine ersten Lebensjahre schon in Mangel- und Unterversorgung verbracht hat. Und- jedes vegane Leckerlie was ich ihm je gegeben habe, wurde ignoriert 🙂
  • „Konventionell“: Bei dieser Variante bleibt man bei der weithin „üblichen“ Fütterung mit Trocken- oder Nassfutter. Dies habe ich zuerst so gemacht, bis ich mir mehr Gedanken darüber gemacht habe. Was ich damals nicht wusste und auch jetzt erst entdecke, ist die schlechte Zusammensetzung der meisten angebotenen Hundefuttersorten. Das preisgünstigste im Supermarkt, bei dem 10 Kilo 8 oder 9 Euro kosten, hat einen Fleischbestandteil von 8% – darin eingerechnet bzw. damit gemeint sind Fleischmehle und -Fette. Der Rest sind Füllstoffe vor allem auf Getreidebasis und diverse Zusätze. Mittlerweile schockiert mich das sehr, da ich nun wie schon oben erwähnt die Überzeugung vertrete, meinen Hund so artgerecht wie möglich ernähren zu wollen (Hierzu weiter unten ein sehr guter Linktip!)
  • Bio-Futter: Das Dilemma, Fleisch füttern zu müssen bzw. zu wollen, um dem Hund gerecht zu werden, kann man nicht auflösen. Meine Entscheidung, auf Biotrockenfutter umzustellen, war der Versuch, hier wenigstens den kleinen Kompromiss einzugehen, auf Produkte umzustellen, für deren Gewinnung die Tiere weniger leiden müssen. Dass auch biologisch aufgezogene Nutztiere leiden, be-nutzt und getötet werden, steht außer Frage und ist eben jenes Dilemma in dem ich stecke, für das ich mich aber entschieden habe. Das jedoch auch in diesem Futter nur 25% Fleischanteil enthalten waren, habe ich erst spät entdeckt bzw. mich damit beschäftigt. Da in meinem Freundes- und Bekanntenkreis viele überzeugte BARFer (darunter auch einige Vegetarier!) sind, habe ich mich mit dem Konzept mehr beschäftigt:
  • BARF (Biologisch artgerecht roh füttern): Diese Ernährungsform basiert auf den Schlüssen der Wolfsbeobachtung hin zu unseren Hunden und der daraus folgenden Konsequenz, seinen Hund mit rohem Fleisch, Tierteilen und Gemüse/Kräutern zu ernähren, um der in der Natur vorgefundenen Beutesituation in der Zusammenstellung des Futterinhalts so nahe wie möglich zu kommen. Überzeugt hat mich daran das Ziehen der Konsequenz aus der natürlichen Fressweise der Wölfe, die nummal nicht von Mais, Gerste oder Reis leben 😉 Die Praxis jedoch hat für mich mehrere Nachteile: Angst vor Keimen; Ablehnung des Fütterns von Knochen wegen Gesundheitsrisiken; Ekel vor dem Zubereiten und Geruch (ja, das ist egoistisch, aber es ist nummal so) und schlussendlich vor allem aber die Herkunft des Fleisches, da BARFen in Bioqualität utopisch teuer und kaum erschwinglich ist- dies räumen auch BARFlädenbesitzer und Futtermittelhersteller bedauernd ein. Konventionelles Fleisch aus Massentierhaltung zu verfüttern kommt für mich aus ethischen wie gesundheitlichen Gründen nicht infrage. Natürlich würden meine Einwände gegen das BARFen von überzeugten Barfern sicher allesamt entkräftet werden, und ich höre auch nur Gutes darüber in den Berichten meiner Bekannten, jedoch habe ich persönlich mich dagegen entschieden. Das dahinterstehende Konzept jedoch hat mich überzeugt, daher landen wir nun hier:
  • Mein Kompromiss: Man könnte ihn vielleicht BAF nennen 😉 – also BARFen ohne „roh“ 🙂 Ich werde meinen Hund nun mit einem Nassfutter füttern, dass in der Zusammensetzung dem BARF-Konzept sehr nahe kommt (Verhältnis Fleisch/Innereien/Gemüse/Zusätze), jedoch nicht roh, sondern in Dosen abgefüllt ist. Gleichzeitig stammen alle Komponenten aus der Bio-Lebensmittelproduktion. Ich werde dieses Futter in einem eigenen Beitrag vorstellen. Ersteinmal bin ich sehr glücklich, den für mich und meinen Hund stimmigsten Weg (hoffentlich) gefunden zu haben (Mehr dazu erfahrt ihr hier).

Und genaun darum sollte es auch gehen: abwägen, was man will und was man kann. Dass es mehrere Wege gibt, ist völlig klar.

Und hier zwei Links zu einem sehr tollen Blog, der sich u.a. mit artgerechter Hundeernährung befasst und einen sehr schockierenden Hundefuttertest beschreibt: AlexDogBlog Hundefuttertest und AlexDogBlog BARF Pro/Contra.

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4 Kommentare zu “Vegan mit Hund – wie ernähre ich ihn? (mein Weg)

  1. […] meinem Artikel “Vegan mit Hund – wie ernähre ich ihn? (Mein Weg)” habe ich über das Dilemma geschrieben, vor dem man steht wenn man mit Hunden oder Katzen […]

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  2. […] Konzept her steht es dem sehr nahe, was ich ich meinem Artikel “Vegan mit Hund – wie ernähre ich ihn? (Mein Weg)” über die mir am artgerechtesten erscheinende Hunderernährung beschrieben habe – also […]

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  3. […] Hundes 50-60 Euro im Monat kostet. Ich musste da selbst erst umdenken (über meine Fütterungsweise hier ein Artikel) und erkennen, dass man nicht am falschen Ende sparen sollte. Man selbst gönnt sich so vieles, da […]

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  4. […] ernähre meinen Hund zwar nicht vegan, nehme dieses Buch aber als Anregung für fleischfreie Tage. Auch als normales Kochbuch für […]

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