Tierheime und Auslandstierschutz: Wie helfen?

Auslandstierschutz ist hin und wieder ein kontroverses Thema, da es z.B. die Ansicht gibt, man solle sich erstmal um die Tiere im eigenen Land und in den hiesigen Tierheimen kümmern. Daran ist natürlich nichts auszusetzen, jedoch schließt es sich ja nicht aus und man muss auch bedenken, dass -trotz sicherlich auch noch vieler Missstände- die Situation deutscher Tierheime um einiges besser ist als in den meisten unserer Nachbar- und EU-Länder.

Deutsche Tierheime

Im Tierheim meiner Stadt werden z.B. immer wieder bei ausreichender Kapazität auch ausländische Hunde aufgenommen und vermittelt. Natürlich sind auch in deutschen Tierheimen finanzielle Mittel knapp und Geld- wie Sachspenden sind überlebenswichtig. Örtliche Tierheime kann man auf verschiedene Weisen unterstützen: praktische Hilfe z.B. bei Umbauarbeiten, Engagement als Gassigänger für Tierheimhunde, Teilnahme und Unterstützung von Spendenveranstaltungen, Unterstützung durch Sachspenden (Futter, Decken, Spielzeug, Zubehör, Baumaterial). Außerdem kann man in Gesprächen mit anderen dazu beitragen, die Entscheidung für ein Tierheimtier zu treffen.

Vorurteile gegenüber Tierheimtieren

Oft wird argumentiert, Hunde aus dem Tierheim hätten „alle eine Macke“. Erst einmal: Haben wir die nicht alle? Und zweitens: Das kann natürlich sein, aber es ist eine Frage der Sichtweise. Ich würde es eher als Aufgabe betrachten, und zwar als eine sehr wichtige, aber auch sehr schöne. Hinter jedem Tier aus dem Tierheim steckt ein Schicksal, meistens ein trauriges. Und so ist es klar, dass einige der Tiere „Probleme“ haben können, also bestimmte Schwierigkeiten oder Dinge, an denen man arbeiten muss. Aber 1.) hat die jeder Hund, spätestens wenn man selbst Fehler im Umgang macht 😉 und 2.) kennen die Tierheimmitarbeiter das Tier und können Hilfe geben, ob das Tier zu einem passt und worauf man achten muss.

Also mein Fazit: Selbst wenn es ein Mehraufwand ist- er lohnt sich, denn man wird mit einem glücklichen Tier belohnt. Einen Welpen vom Züchter oder aus irgendeiner Anzeige zu nehmen, garantiert noch gar nichts- man kann jedes Tier erfolgreich „verziehen“ und auch Welpen entwickeln Verhaltensweisen, an denen man arbeiten muss. UND: es gibt genug Tiere auf dieser Welt… Vermehrer zu unterstützen, während die Tierheime voll sind, ist kritische Frage, die man sich stellen sollte, zumal es auch in Tierheimen jede Menge Welpen gibt.

Auslandstierschutz

  • Tier aufnehmen: Ich habe bei meiner Suche nach einem Hund aus dem Tierschutz über Umwege mein Herz an einen Hund eines slowakischen Auffanglagers verloren und den armen Kerl, der jahreland dort verkümmerte, zu mir geholt. Ich hatte keine Probleme, habe ihn selbst dort abgeholt, wurde gut von dem Tierschutzverein beraten und habe große Anteilnahme an seiner Entwicklung erfahren. Die Tiere werden gechipt, geimpft und meist bereits kastriert nach Deutschland gebracht. Wer das Tier nicht direkt von dort holen oder übernehmen möchte, kann auch Tiere aufnehmen, die bereits in Deutschland auf einer Pflegestelle sind. Matürlich kann man auch anbieten, Pflegestelle zu werden und so den Tieren ein Sprungbrett in ein endgültiges Zuhause sein. Bei beiden Varianten werden von Mitarbeitern des Tierschutzvereins Vor- und Nachkontrollen gemacht, die der Sicherheit des Tieres und der Klärung aller Fragen dienen.
  • Geldspenden und Patenschaften: Geld wird immer benötigt, sei es für Futter, Medikamente, tierärztliche Versorgung, Unterkunft, Betten usw… Spenden können steuerlich geltend gemacht werden und Patenschaften sind ein sinnvolles und schönes Geschenk.
  • Sehr sinnvoll und vor allem auch konstruktiv finde ich Kastrationsprojekte, in Zuge derer im Ausland Straßenhunde und -katzen kastriert werden. Dies verbessert nachhaltig die Situation, da sich weniger Tiere vemehren und anschließend oft im Elend leben.
  • Sachspenden: Der Bedarf an Unterstützung ist groß, da in ausländischen Tierheimen oft mehrere hundert Hunde und Katzen untergebracht sind. Futter, Medikamente (z.B. Wurmkuren), Spielzeug, Decken, Hunde- und Katzenbetten, Handtücher ect. werden immer benötigt. Ein Weg ist es, per Post an deutsche Niederlassungen von Tierschutzverbänden Spenden zu schicken, oder vor Ort abzuliefern, wenn man Vereine in der Gegend hat. Wir unterstützen derzeit bspw. einen Verein, der Tiere in Rumänien versorgt. Nachdem Hunde und Katzen hergefahren wurden, wird der leere Bulli mit Spenden vollgepackt. So kann man Portokosten vermeiden und sieht, dass die Spenden ankommen. Wer einfach und schnell helfen will und einen Karton voller Handtücher un Hundefutter abgeben kann, ohne sich aufwändig informieren zu wollen, dem sei Helficus empfohlen, eine Spendensammelstelle, die verschiedene Initiativen unterstützt.

 

Hier findest Du meinen Artikel darüber, wie man professionelle Tierschutzvereine erkennen und unterstützen kann:

Tierschutz mit Verstand

 

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4 Kommentare zu “Tierheime und Auslandstierschutz: Wie helfen?

  1. Zeynep Elcik sagt:

    guten tag, ich schreibe ihnen aus wien.. bin gebürtige türkin und in meiner heimatstadt nazilli sterben tägliche viele welpen im tierheim (auch viele streuner leben in sehr schlimmen verhältnissen). Es fehlt an alles was man so brauchen kann.. sehr wenig futter, keine medikamente, keine decken etc.. einige tierschützer (bedauerlicherweise gibt es sehr wenige davon) tun vieles um diesen armen tieren zu helfen aber es reicht nicht aus.. ich fliege einige male in die türkei und versuche vor ort zu helfen bzw. überweise geld an meine cousine. sie kauft dann futter für die armen tiere. ich bin auf der suche nach spenden. ich kann zwar kein futter (kiloweise) mitnehmen aber medikamente, antibiotika etc.. ich bin auch gerne bereit ihnen fotos von der lage zu senden bzw. über facebook kann ich sie am laufenden halten, eventuell schaffen wir auch neues zuhause für diese tiere zu finden (wartezeit 3 Monate nach der erforderlichen Tollwutimpfung)
    einige tierheime in istanbul haben kontakte nach deutschland aufbauen können aber die tierheime in kleinstädten sind unsichtbar.
    Wer kann/mag mir helfen. Ich will kein Geld. Futterbestellungen können auch von Ihnen übers Internet gemacht werden. 15 kg Trockenfutter kostet ca. 25 EUR.
    Vielen lieben Dank
    Zeynep

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  2. zeynep elcik sagt:

    danke für die schnelle rückmeldung.. auf jeden fall werde ich mich dort melden.. lg

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